Hilfe für Familien: Städtisches "Präventionsteam" soll Folgen der Corona-Pandemie abmildern

Durch die Schließung von Kitas, Schulen und Freizeitangeboten und durch minimierte Kontakte waren Kinder und Jugendliche in besonderem Maß vom Lockdown betroffen. Psychische und physische Erkrankungen und Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen hätten deutlich zugenommen.

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Symbolbild | Foto: pixabay

Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg will mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie verstärkt präventiv tätig werden und ein "Präventionsteam” in Ergänzung zu den bestehenden kinderärztlichen und kinder- und jugendpsychiatrischen Angeboten im Geschäftsbereich Gesundheit aufbauen. Der erste positive Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 wurde in Deutschland am 27. Januar 2020 registriert. Ab diesem Zeitpunkt kam es zu zahlreichen Veränderungen im Alltag und in der Arbeitswelt. Insbesondere Kinder und Jugendliche hätten in den letzten Monaten massive Einschnitte in ihrem Umfeld hinnehmen müssen. Die vier Geschäftsbereiche Gesundheit, Soziales, Jugend und Schule wollen hier ansetzen und gezielt Angebote entwickeln, um Kinder und deren Familien zu unterstützen. Dies teilt die Stadt Wolfsburg mit.


"Durch die Schließung von Kitas, Schulen und Freizeitangeboten und durch minimierte Kontakte waren Kinder und Jugendliche in besonderem Maß vom Lockdown betroffen. Kindern fehlte oftmals die Möglichkeit, sich Entlastung, Beratung oder außerfamiliären Schutz zu suchen. Deshalb gab es den Anstoß, hier jetzt notwendige Angebote zu entwickeln, um belastete Familien zu stärken", macht Iris Bothe, Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration, deutlich. Wichtige Mechanismen der sozialen Kontrolle entfielen, während gleichzeitig die Gefahr für Vernachlässigung, Vereinsamung, erhöhten Medienkonsum und Misshandlungen in Familien angestiegen sei. Auch wenn noch nicht alle Folgen der Corona-Pandemie absehbar sind, werde bereits jetzt deutlich, dass psychische und physische Erkrankungen und Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen deutlich zugenommen haben.

Die Stadt Wolfsburg reagiere auf diese Bedarfe nun mit der Schaffung eines "Präventionsteams", dazu erläutert Monika Müller, Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Klinikum und Sport: "Die beste Gesundheitsversorgung beginnt mit Prävention, um Auffälligkeiten frühzeitig erkennen zu können. Bei unseren Kindern muss genau hingeschaut und schnell gehandelt werden, damit sie den Weg zu einer unbeschwerten Kindheit zurückfinden oder finden und gut aufwachsen können. Das sind wir der durch Corona ganz besonders geprägten Generation schuldig."

Dieses Team solle mit Akteuren der medizinischen und psychosozialen Versorgung der Stadt Wolfsburg eng zusammenarbeiten und die bestehenden guten Netzwerke des Jugend-, Schul- und Integrationsbereiches sinnvoll nutzen. Besonders mit der Kinderklinik und dem ZEUS werde eine intensive Zusammenarbeit angestrebt. Das Team solle proaktiv tätig werden. Im Rahmen des Fallmanagements erfolge eine orientierende Diagnostik. Wenn gesundheitliche Risiken erkannt werden, folgen Beratung und Vermittlung in die erforderliche Behandlung und Förderung. Ergänzend werden eigene Beratungs-, Präventions- und therapeutische Angebote in enger Abstimmung mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst ausgebaue.

Die Vorlage dazu werde im Jugendhilfeausschuss am heutigen Dienstag und im Sozial- und Gesundheitsausschuss am morgigen Mittwoch beraten und dem Rat der Stadt am 14. Juli zur Beschlussfassung vorliegen.


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