HolzBanktheater verfasst offenen Brief nach Streit mit Stadt

von Bernd Dukiewitz


Die Ausstellung des HolzBanktheaters im Rathaus wurde aus Zeitgründen abgesagt. Foto: Magdalena Sydow
Die Ausstellung des HolzBanktheaters im Rathaus wurde aus Zeitgründen abgesagt. Foto: Magdalena Sydow | Foto: regionalHeute.de

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Wolfsburg. Der Streit um eine Ausstellung des Holzbanktheaters im Rathaus geht in die nächste Runde. Nachdem die Stadt die erste Ausstellung inhaltlich untersagte, wurde nun auch die Ersatzveranstaltung abgesagt. Dieses Mal jedoch aus zeitlichen Gründen.


"Für die Zeit vom 20. Februar bis zum 2. März wurde die/ein Teil der Bürgerhalle für das Holzbanktheater - zunächst unabhängig von einer entsprechenden Genehmigung für eine Veranstaltung geblockt. Diese erste Veranstaltung wurde aufgrund ihres Inhaltes dann abgelehnt. Thema war „12 Bilder nach der Edda“ des Snorsi Sturluson. Die Ablehnung wurde dem Holzbanktheater mündlich mitgeteilt. Dieses bat dann um Beibehaltung des Termins. Es sollte ein anderes Thema überlegt werden. Der Antrag für die „neue“ Ausstellung (Titel: Präsentation Holzbank Theater) ging bei der Stadt zwischen Weihnachten und Neujahr ein", erklärt Ralf Schmidt, Pressesprecher der Stadt.

"Der neuerliche Antrag konnte dann krankheitsbedingt erst Ende Januar bearbeitet werden. Das hatte zur Folge, dass die Verwaltung sich in der Kürze der Zeit keinen Überblick über die Ausstellungsinhalte verschaffen konnte und daraufhin am 13. Februar eine Absage erteilte. Ergänzende Informationen/Unterlagen zum Aufbau oder der Präsentationsform lagen der Stadt Wolfsburg nicht vor. Die Ablehnung ist aufgrund der Kurzfristigkeit erfolgt. Weder der Aufbau der Ausstellung noch die Präsentationsform war der Ablehnungsgrund. Eine Zusage wurde zu keiner Zeit erteilt!", so Schmidt weiter.

HolzBanktheater hofft weiterhin auf Umsetzung der Ausstellung


Das HolzBanktheater hat nun als Reaktion auf die Absage einen offenen Brief an den Kulturdezernenten der Stadt, Thomas Muth, verfasst in der Hoffnung, dass die Ausstellung doch noch stattfinden kann.
Diesen finden Sie in unverändertem Wortlaut im folgenden:

Sehr geehrter Herr Muth,

als zuständiger Dezernent haben Sie eine Woche vor der geplanten Eröffnung die in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses geplante Ausstellung „7 Jahre HolzBankTheater“ verbieten lassen, obwohl Anfang Dezember 2016 und Ende Januar 2017 telefonisch eine Zusage erteilt wurde.
Wir sind über diese Entscheidung sehr empört.
Empört, weil Sie es nicht einmal für notwendig erachten, eine Begründung für diese Entscheidung zu geben. Wir dachten, das Kaiserreich sei vorbei.
Empört, weil Sie als für die Kultur zuständiger Dezernent einem kleinen Theater, welches, wie Sie wissen, um seine Existenz kämpft, offensichtlich nicht die Möglichkeit geben wollen, sich öffentlich zu präsentieren.
Empört, weil wir dachten, es sei doch gerade die Aufgabe eines Kulturdezernenten, die lokale Kultur zu fördern. Und diese Form der Förderung hätte nicht einmal Geld gekostet, jedenfalls nicht das der Stadt, sondern nur das des HolzBankTheaters.
Empört, weil Sie nicht eine einzige Theatervorstellung des HolzBankTheaters besucht haben und deshalb diese Entscheidung ohne Kenntnisse über das HolzBankTheater von Ihrem Schreibtisch aus gefällt haben.
Empört, weil Sie offensichtlich nicht wissen, auf welch hohem Niveau in diesem Theater Schauspielkunst dargeboten wird. Nachzulesen nach so gut wie jeder Premiere in beiden Wolfsburger Tageszeitungen.
Wir fordern Sie auf, Ihre Entscheidung rückgängig zu machen und dem HolzBankTheater die Möglichkeit zu geben, sich in der Bürgerhalle des Rathauses zu präsentieren.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Rolf Schnitger


Verhandlungen laufen noch


Immerhin ist das Thema Ausstellung noch nicht gänzlich vom Tisch. Aktuell prüft die Stadt, ob sie kurzfristig noch andere Räumlichkeiten für Veranstaltung anbieten kann. Um diese Möglichkeiten auszuloten, treffen sich morgen das HolzBanktheater und Kulturdezernent Thomas Muth zu einem Gespräch.