Region. Der Mordfall "Ulrike Herrmann" ist ein Paradebeispiel für einen sogenannten Cold Case. Die junge Studentin wollte im Oktober 1990 von Frankfurt am Main nach Hamburg trampen. Lebend wurde sie zuletzt an der A7-Raststätte Allertal Ost gesehen. Etwa ein Jahr später wurde in einem Wald bei Räderloh im Landkreis Gifhorn ihre Leiche gefunden. Ein Täter konnte nie ermittelt werden. Dann wurde der Fall neu aufgerollt und im Juni 2025 in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" präsentiert. Offenbar mit vielversprechendem Ergebnis.
Wie der zuständige Kriminalhauptkommissar Frank Bauerfeld im Gespräch mit regionalHeute.de berichtet, habe die ausführliche Vorstellung des Falls im vergangenen Jahr zu einer neuen Spur geführt. Ein Lkw-Fahrer aus Österreich hatte sich gemeldet, der zur Tatzeit viele Touren auf der A7 gemacht habe. Dieser hatte durch den Fernsehbeitrag erstmals von dem Fall erfahren. Er habe sich aber gut an Ulrike Herrmann erinnern können.
Phantombild wurde angefertigt
Dieser Zeuge konnte nun eine wichtige Aussage machen, die zu einem neuen Fahndungsansatz und einem neuen Phantombild geführt hat. Dies werde Frank Bauerfeld am 19. August im Studio mit Rudi Cerne präsentieren.
Zuvor war es eine Tankwartin an der Raststätte Allertal Ost gewesen, die die junge Frau am frühen Abend des 23. Oktober 1990 zuletzt gesehen hatte. Dieser hatte Ulrike Herrmann gesagt, dass sie weiter nach Hamburg trampen wolle. Der neue Zeuge berichtet nun, dass er und andere Lkw-Fahrer von der jungen Frau angesprochen worden seien. Lkw-Fahrern sei es zu dieser Zeit aber nicht gestattet gewesen, Anhalter mitzunehmen.
In ein Auto gestiegen
Der Zeuge hatte dann beobachtet, wie Ulrike Herrmann im Bereich der Tankstelle mit einer männlichen Person sprach. Das Gespräch habe zirka zwei Minuten gedauert. Anschließend habe die männliche Person den Kofferraum geöffnet und den Rucksack vom Opfer hineingelegt. Danach seien beide in das Fahrzeug gestiegen und abgefahren.
Der Zeuge konnte eine Personenbeschreibung sowie Angaben zu dem genutzten Auto geben. Es soll sich um einen schwarzen Mercedes 500 (W126) mit Hamburger Kennzeichen (oder Hannoveraner mit der Buchstabenfolge H-H) handeln. Als besondere Kennzeichen werden eine kleine Dachantenne (etwa 20 bis 25 Zentimeter lang, Abstrahlwinkel zum Heck) sowie schwarzlackierte Felgen oder schwarze Stahlfelgen genannt.
Der Mann wird als 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß und mit normaler Statur und nordeuropäischem Aussehen beschrieben. Seine Haare waren braun oder brünett mit dunklen Strähnchen. Er trug einen Dreitagebart. Der Zeuge spricht von einem dominanten Auftreten.
Ein wichtiger Zeuge
Frank Bauerfeld betont, dass es sich bei der Person nicht zwingend um den Täter handeln muss. Der Fahrer sei aber in jedem Fall ein wichtiger Zeuge. Möglicherweise habe der Fahrer das spätere Opfer nur kurz mitgenommen und an einem bisher nicht bekannten Ort abgesetzt.
Wer Angaben zu der beschriebenen Person oder dem Auto geben kann, der kann sich bereits jetzt an die Polizeiinspektion Gifhorn unter 05371-9800 wenden. Es ist eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für zielführende Hinweise ausgelobt.



