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ZOB - Keine Toilettenlösung in Sicht

von Robert Braumann


Der Zentrale Busbahnhof in Braunschweig soll aufgewertet werden – so sehen es zumindest viele Bürger, die sich im vergangenen Jahr beim Bürgerhaushalt beteiligt haben. Viel passiert ist bisher nicht, Symbolfoto: Verkehrs-GmbH

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25.07.2016




Braunschweig. Der Zentrale Busbahnhof in Braunschweig soll aufgewertet werden – so sehen es zumindest viele Bürger, die sich im vergangenen Jahr beim Bürgerhaushalt beteiligt haben. Viel verändert hat sich an dem Busbahnhof allerdings noch nicht. Die Stadtverwaltung betont aber, dass sie „den Bau eines hochwertigen Fernbusbahnhofs am Hauptbahnhof für die wichtigste und richtige Förderung des Fernbusverkehrs“ hält und erklärte, warum es bis zu einem umfassenden Ausbau noch etwas Zeit braucht. Eine Lösung für fehlende Toiletten wird es aber wohl erst einmal nicht geben.

In der Juni-Sitzung des städtischen Planungsausschusses richtete die CDU-Fraktion die Frage an die Stadtverwaltung, wie der aktuelle Sachstand zur baulichen Aufwertung des Zentralen Omnibusbahnhofes ist. Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer bekräftigte daraufhin, dass die Stadtverwaltung weiterhin davon ausgeht, dass der Hauptbahnhof mit der guten Erreichbarkeit für die Fernbusfahrgäste der richtige Standort für den neuen Fernbusbahnhof sei. Als konkreter Standort sei hierbei eine Fläche unmittelbar am Bahndamm zwischen dem Bahnhofsgebäude und dem bisherigen Fernbusbahnhof vorgesehen.

Chance auf höherwertige Wartebereiche


„Darüber hinaus zeichnet sich ab, dass voraussichtlich weitere Flächen in Anspruch genommen werden können“, erklärte Leuer weiter. Aus Abstimmungen mit Fernbusbetreibern habe sich nämlich ergeben, dass statt der zunächst geplanten Wartebereiche auch noch höherwertige Wartebereiche in geschlossenen Räumen realisierbar sein könnten. „Bereits im Zuge der Planungen für den BRAWO-Park gab es Überlegungen zur Überbaubarkeit des Fernbusbahnhofs. Die Verwaltung prüft als eine Option eine Kombination aus Parkhaus und Fernbusbahnhof, da ein solcher Gebäudekomplex wesentliche Vorteile und Synergien bei Aufenthaltszonen (unter anderem Warteraum, Kiosk, Toiletten) ermöglicht“, so der Stadtbaurat. Hierzu seien noch Gespräche mit Investoren und der Deutschen Bahn nötig, die noch weitere Zeit in Anspruch nehmen würden. Die Gespräche seien allerdings bereits aufgenommen worden, so Leuer, der betonte: „Die Verwaltung hält es angesichts dieser interessanten Option für gerechtfertigt, diese Zeit zu investieren und für die Übergangszeit am vorhandenen Fernbusbahnhof noch kleinere Investitionen für verbesserte Wartebedingungen vorzunehmen.“ Stadtsprecher Rainer Keunecke betonte nun, dass diese Gespräche noch laufen würden, es wären aber durchaus positive Signale zu vernehmen.


Im Regen oder bei Dunkelheit, möchte man wirklich ungern am ZOB warten. Foto: Robert Braumann


Toiletten sind nicht in Sicht


Eine Verbesserung der Toiletten-Situation ist dagegen nicht in Aussicht. "Die Möglichkeit, am aktuellen Fernbushalt Toiletten aufzustellen, wurde geprüft. Eine mobile Sanitäranlage würde neben den Investitionskosten für die Anschaffung und die Herstellung der Anschlüsse an das Ver- und Entsorgungsnetz indes vor allem betriebliche Probleme nach sich ziehen. Für eine solche Anlage, für die die Reinigung, Unterhaltung und Wartung sicher zu stellen ist, wird sich schwerlich ein Betreiber finden, da der Betrieb rein über Nutzungsentgelte vermutlich nicht auskömmlich ist. Weiterhin wurde die Nutzung der Personaltoiletten der Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) in Erwägung gezogen. Die Toiletten und somit auch das Gebäude müssten dafür dauerhaft zugänglich sein. Dafür müsste gebenenfalls der Kiosk-Bereich baulich abgetrennt werden, da dieser nicht uneingeschränkt besetzt ist. Auch für diese Anlage wären Kosten für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen sowie zusätzliche Betriebskosten zu erwarten." Die derzeitige Situation sei nicht optimal, so der Stadtsprecher. Er ergänzt: "Allerdings ist auch zu berücksichtigen, dass der Fernbusbahnhof etwa 250 Meter von den Sanitäranlagen im Hauptbahnhof entfernt ist. Von den Bahnhofstoiletten bis zum südöstlichsten Gleis sind es ebenfalls nahezu 200 Meter – die Entfernung ist also durchaus vergleichbar einer Strecke, die man unter Umständen auch innerhalb des Bahnhofs zur Toilette zurücklegen muss."


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