Braunschweig. Nahezu zeitgleich platzen jetzt diese zwei "süßen Bomben": Während bundesweit bekannt wird, dass die geplante Zuckersteuer drastischer als zuvor bekannt ausfallen soll, erklärt in Braunschweig das Unternehmen Nordzucker AG, ein weiteres Werk schließen zu wollen. Die Nachfrage nach Zucker ist längst nicht so hoch, wie die Produktionsmengen, die die weltweiten Werke der Nordzucker AG abliefern. Eine Konsequenz, die das Unternehmen aus Braunschweig jetzt in einer Pressemitteilung ankündigt: Für ein Werk wird die Zeit bald abgelaufen sein.
Dabei handelt es sich, und das ist die gute Nachricht für die Region, aber nicht um eins der hiesigen Werke – etwa in Schladen (Landkreis Wolfenbüttel) oder Clauen (Peine). Das Werk, dem jetzt das Ende droht, befindet sich nicht einmal in Deutschland. In seiner Pressemitteilung kündigt das Unternehmen an, als Muttergesellschaft der Nordic Sugar A/S, zu beabsichtigen, die Zuckerproduktion in Nakskov (Dänemark) nach der Kampagne 2026/27 einzustellen und den Standort als Service-Center für die Abpackung von Zucker weiterzuführen. Diese Entscheidung werde Auswirkungen auf die 150 Arbeitsplätze vor Ort haben – welche, ist aber noch unklar.
Überkapazitäten in der Zuckerindustrie
Der Grund für die Schließung seien die "Überkapazitäten in der europäischen Zuckerindustrie", heißt es in der Pressemitteilung. Daher sei Nordzucker dabei, ein "insgesamt effizienteres Produktionsnetzwerk zu schaffen." Schon Anfang des Jahres hatte Nordzucker bekannt gegeben, Zuckerproduktion und Raffination an Standorten in der Slowakei und in Finnland einzustellen.
Investitionen ins Werk Schladen
Auf der einen Seite stehen diese Schließungen, auf der anderen Seite setzt Nordzucker, laut eigenen Angaben einer der weltweit führenden Hersteller von Zucker aus Rübe und Rohr, aber weiterhin auf seine regionalen Werke und investiert weiter in deren Modernisierung und Effizienz. In Schladen hatte zum Beispiel erst kürzlich ein neuer Extraktionsturm den Betrieb aufgenommen. Dieser verbessere die Effizienz der Zuckergewinnung im Werk Schladen und reduziere gleichzeitig den Energiebedarf im Produktionsprozess, hatte das Unternehmen mitgeteilt.
Nimmt die Zuckersteuer Einfluss auf das Braunschweiger Unternehmen?
Ob die geplante Zuckersteuer der Bundesregierung die Marktbedingungen für das Braunschweiger Unternehmen weiter verschärfen wird, lässt sich derzeit nicht absehen. Laut Medienberichten ist jetzt geplant, diese Steuer nicht nur auf Limonaden anzuwenden, sondern sie auch auf weitere süße Getränke auszuweiten. Sie könnte schon 2027 in Kraft treten. Demnach würden aber kritische Stimmen darauf hinweisen, dass diese Steuer die Wirtschaft weiter belasten würde. Unter anderem soll die Steuer dafür sorgen, dass der Zuckergehalt in Getränken sinkt. Wie sich das auf das Geschäft mit diesem "weißen Gold" auswirken wird, lässt sich wohl aber noch nicht absehen.

