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Zum wiederholten Mal: Holzkreuz von Gedenkstätte gestohlen

Die Angriffe auf die Gedenkstätte haben erst zwei Jahre nach dem Unfall begonnen.

von Julia Seidel


Mit einem Brief, der Unfallstelle angebracht wurde, wendete sich die Familie bereits schonmal an den Täter.
Mit einem Brief, der Unfallstelle angebracht wurde, wendete sich die Familie bereits schonmal an den Täter. Foto: Privat

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20.05.2020

Wolfenbüttel. Am 30. Juli 2017 verlor nicht nur ein 27-jähriger Motorradfahrer bei einem schweren Unfall auf der L630 zwischen Mascherode und Salzdahlum sein Leben, sondern auch eine Familie ihren Sohn und Freunde einen von ihnen. Seitdem steht ein Kreuz an der Unfallstelle. Auch ein kleines Beet mit Blumen wurde hergerichtet, Kerzen und Steine zur Erinnerung an Martin platziert. Seit Donnerstag ist jedoch das Holzkreuz von der Gedenkstätte verschwunden. Und das ist nicht das erste Mal, wie die Mutter von Martin gegenüber von regionalHeute.de berichtet.


Es ist nun schon das fünfte Mal, dass es einen Angriff auf die Gedenkstätte gegeben hat. Angefangen habe alles im September letzten Jahres. Zwei Jahre nach dem Unfall. So wurde das Kreuz zweimal von seiner Stelle entfernt. Dabei konnte es in der näheren Umgebung wieder aufgefunden und zurück an seinen Ort gebracht werden. Beim dritten Mal jedoch konnte das Kreuz nicht einfach so wieder aufgestellt werden. Es wurde kaputt gemacht und zurückgelassen. Nachdem die Familie von Martin es wieder heile gemacht hatten, stellten sie es erneut auf. Bis es dann zum vierten Mal verschwand. Diesmal war es komplett verschwunden. Damals richtete sich die Familie mit einem Aufruf in den Sozialen Netzwerken, den Medien und in einem Brief, der an der Gedenkstätte selbst angebracht wurde, an den Täter. Und das mit Erfolg. Das Kreuz tauchte wieder auf. Zumindest die kaputten Teile davon.

Im Februar konnte dann ein neues Kreuz von Martins Freund aufgestellt werden. Das ist nun erneut verschwunden. Für Martins Mutter unfassbar: "Ich wüsste nicht, dass wir solche Anfeindungen mit jemanden hätten. Vor allem nicht zwei Jahre später." Es sei jedes Mal eine Belastung für sie und Martins Angehörige. Vor allem seine Freunde würden oft an den Ort kommen, um ihm dort nah sein zu können. "Man hat immer wieder damit zu tun und es wühlt einen sehr auf", erzählt sie weiter. Sie wünscht sich nur eines: Dass das Kreuz wieder auftaucht und diese unerklärlichen Angriffe auf die Gedenkstätte ein Ende finden.


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