31 Verletzte bei Feuer in Flüchtlingsunterkunft

Durch das Feuer und den Rauch sind alle Räume so stark Schadstoffbelastet, dass das Gebäude unbewohnbar ist.

 In der Flüchtlingsunterkunft Meinersen brach am Freitag ein Feuer aus.
In der Flüchtlingsunterkunft Meinersen brach am Freitag ein Feuer aus. Foto: Feuerwehr Samtgemeinde Meinersen

Meinersen. Wie die Feuerwehr berichtet, brach am Freitagabend ein Feuer in der Unterkunft aus, in der Asylsuchende und Flüchtlinge aus der Ukraine untergebracht sind. Über 120 Vertreter der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, des Landkreises Gifhorn und der Samtgemeinde Meinersen waren im Einsatz.


Lesen Sie auch: Feuer am Tankumsee - Flammen schlugen aus Wohnhaus


Kurz vor 17.30 Uhr brach laut Feuerwehr das Feuer in einem Raum im Gebäude aus. Kurz darauf wurden die Feuerwehren aus Meinersen, Leiferde, Ahnsen, Ohof, Seershausen und Päse alarmiert. „Bei unserem Eintreffen hatte der Sicherheitsdienst bereits alle 51 Bewohner aus dem Gebäude evakuiert“, so Sven J. Mayer, Samtgemeindebrandmeister und Einsatzleiter. „Durch den sofortigen Angriff von außen durch ein Fenster an der Giebelseite konnten wir die Ausbreitung der Flammen auf den Flur und damit auf weitere Räume des Gebäudes verhindern.“

Räume nicht mehr bewohnbar


Anschließend wurden die Flammen durch ein weiteres Fenster gelöscht. Unter schwerem Atemschutz gingen im Anschluss mehrere Trupps in das Gebäude vor, um mit der Wärmebildkamera Glutnester zu suchen und abzulöschen. Außerdem wurden alle Räume kontrolliert. „Der Rauch ist durch das ganze Gebäude gezogen und hat alle Räume unbewohnbar gemacht“, so Mayer. Um die vielen Bewohner zu versorgen, wurde ein „Massenanfall von Verletzten“ (ManV25) ausgelöst. Unter der Leitung des organisatorischen Leiters Rettungsdienst, Fabian Streilein, eilten vier Rettungswagen des Regelrettungsdienstes, drei Notärzte sowie aus dem ehrenamtlichen Bereich acht Krankentransportwagen, ein Einsatzleitwagen, ein Gerätewagen Technik und ein Kommandowagen mit insgesamt 32 Personen nach Meinersen. Von der Feuerwehr wurden Wärmezelte aufgebaut und die Bewohner sowie die Einsatzkräfte verpflegt.

Es wurde ein „Massenanfall von Verletzten“ (ManV25) ausgelöst.
Es wurde ein „Massenanfall von Verletzten“ (ManV25) ausgelöst. Foto: Feuerwehr Samtgemeinde Meinersen


31 Menschen verletzt


Sechs Bewohner mussten mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftungen in die Krankenhäuser nach Gifhorn, Wittingen, Celle und in die Medizinische Hochschule nach Hannover gebracht werden. 25 weitere Bewohner waren leicht verletzt, sie wurden vor Ort behandelt. Vom Landkreis Gifhorn als Betreiber des Hauses war der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter mit einem neunköpfigen Krisenstab vor Ort. Nachdem das Feuer aus war, wurde von der Feuerwehr noch die wenigen persönlichen Gegenstände der Bewohner unter Atemschutz aus dem Gebäude geholt. Mit jeweils drei Mannschaftstransportern der Feuerwehr und der Schnellen Einsatzgruppe des DRK Gifhorn sowie zwei Fahrzeugen des Landkreises Gifhorn wurden die Bewohner dann nach Gifhorn und Ehra- Lessien gebracht, wo sie in den Sammelunterkünften des Landkreises Platz fanden. „Dieses Feuer war natürlich ein großer Schreck für die Bewohner. Hier haben alle Organisationen hervorragend Hand in Hand gearbeitet, um allen Bewohnern zügig zu helfen“, so Dr. Thomas Walter. Im Anschluss dankte Herr Dr. Walter den beteiligten Einsatzkräften und den Beschäftigten des Landkreises Gifhorn für ihren tatkräftigen Einsatz.

Die Unterkunft wurde bei dem Feuer stark beschädigt.
Die Unterkunft wurde bei dem Feuer stark beschädigt. Foto: Feuerwehr Samtgemeinde Meinersen


150.000 Euro Schaden


Die Polizei nahm noch am Abend die ersten Ermittlungen auf und beschlagnahmte das Gebäude. Danach gäbe es keinerlei Hinweise auf Fremdverschulden, es werde von einem technischen Defekt ausgegangen. Eine genaue Ermittlung der Brandursache erfolgt in den kommenden Tagen. Durch das Feuer und den Rauch sind alle Räume so stark Schadstoffbelastet, dass das Gebäude unbewohnbar ist. Nach ersten Schätzungen geht die Polizei von einem Schaden von 150.000 Euro aus.


mehr News aus der Region

Themen zu diesem Artikel


Ukraine Feuerwehr Feuerwehr Gifhorn DRK