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Autogegner blockieren A39 - Verkehr eineinhalb Stunden beeinträchtigt



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Autogegner blockieren A39 - Verkehr eineinhalb Stunden beeinträchtigt

Zwei Personen haben sich von einer Autobahnbrücke abgeseilt und wurden durch die Polizei in Gewahrsam genommen. Sie wollten wohl gegen den Weiterbau der A39 demonstrieren.

von Marvin König


Die Protestaktion führte zu einem Großeinsatz der Polizei. (Symbolbild)
Die Protestaktion führte zu einem Großeinsatz der Polizei. (Symbolbild) Foto: Die Videomanufaktur

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Wolfsburg. Am heutigen Dienstag erhielt die Polizei um 9:30 Uhr den Hinweis eines Verkehrsteilnehmers, dass sich zwei Personen von einer Autobahnbrücke der A39 zwischen Beienrode und Flechtorf abgeseilt hätten. Parallel bekannten sich Gegner des Ausbaus der A39 in einer Pressemitteilung zu der Aktion. Durch die zeitweilig nötig gewordene Vollsperrung der A39 mussten Verkehrsteilnehmer bis zu eineinhalb Stunden mit Behinderungen rechnen. Die Polizei hat zwei Personen in Gewahrsam genommen.



"Wir konnten zwei noch unbekannte Personen auffinden, die an einer Brücke über der A39 in Fahrtrichtung Nord hingen", schildert Polizeisprecher Thomas Figge. "Die Personen wurden von Polizeikräften kontrolliert abgeseilt. Sie befinden sich derzeit in Polizeigewahrsam und werden vernommen." Es handele sich um einen Mann und eine Frau. Unbekannt seien die Personen deshalb noch immer, weil sie keinerlei Ausweisdokumente mit sich geführt hätten.

"Wir haben zeitweilig beide Fahrtrichtungen gesperrt. Nachdem wir das Risiko eingehen konnten, haben wir aber die Fahrtrichtung Süden wieder freigegeben. Die Fahrtrichtung Norden wurde dann zum Teil über den Standstreifen und zwischen den beiden Personen an der Brücke einspurig durchgeleitet, bis für die abschließende Rettungsaktion eine Vollsperrung durchgeführt werden musste", erklärt Figge das weitere Vorgehen. Gegen 11:06 Uhr seien dann beide Personen am Boden in Gewahrsam genommen worden.

Zusammenhang mit #BlockVW möglich


Kurz nach Beginn der Aktion erklärten sich die Initiatoren solidarisch mit den Angeklagten rund um die spektakuläre Blockadeaktion am VW-Stammwerk in Wolfsburg im Sommer 2019. Die Verhandlung in dieser Angelegenheit findet heute am Amtsgericht Wolfsburg statt.

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Im Kern sprachen sich die Aktivisten gegen einen Weiterbau der A39 aus, welche über 106 noch zu bauende Autobahnkilometer Wolfsburg mit Lüneburg verbinden soll. "Auf 106 Kilometern sollen wertvolle Böden zerstört und versiegelt werden", erklärt die Aktion "Autofrei" in ihrer Pressemitteilung und fordert eine konsequente Verkehrswende, mit ÖPNV zum Nulltarif und einer Stärkung des Schienenverkehrs. Doch auch städtebauliche Aspekte treiben die Aktivisten um: "Entwicklungsperspektiven der Gemeinden auf dem Land kommen in die Krise. Statt ländliche Regionen zu stärken, regionale Arbeitsplätze, Leben und Kultur in Dörfern und Ortskernen zu fördern, würde der Bau der A39 vor allem die Zentralisierung von Arbeit und Freizeit auf die Volkswagen-Stadt Wolfsburg vorantreiben", heißt es in der Stellungnahme. Die Aktion kommt zu dem Schluss: "Was wir fordern ist eine Politik der kurzen Wege: Läden, Kultur, Arztpraxen und mehr wieder zurück in die Viertel und Dörfer - Rückbau von Outlet-Centern, Gewerbegebieten und Freizeitparks außerhalb von Ortschaften."

Autofahrer hätten sich "vorbildlich" verhalten


Lob für die im Stau an der Autobahnbrücke gefangenen Autofahrer kommt sowohl von der Polizei, als auch von den Aktivisten. Letztere erklären auf Twitter, dass sie Solidaritätsbekundungen aus der Autoschlange erhalten hätten. Die Polizei zeigt sich ebenfalls zufrieden: "Die Autofahrer standen sehr vorbildlich und haben eine Rettungsgasse gebildet. Das konnte man vom Autobahnkreuz Nord aus super sehen. Das war exzellent! LKW auf dem Standstreifen und die Autos auf der anderen Seite bis zur Leitplanke", freut sich Polizeisprecher Thomas Figge.


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