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Beleidigung und Volksverhetzung? Strafanzeige gegen Bürger Museum gestellt

Insbesondere die Vitrine „Fallschirmseide und Aluminiumkochtöpfe“ ist einer Familie aus der Region Hannover ein Dorn im Auge.

von Alexander Dontscheff


Das Bürger Museum sorgt erneut für Aufregung. Archivbild.
Das Bürger Museum sorgt erneut für Aufregung. Archivbild. Foto: Nick Wenkel

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29.07.2020

Wolfenbüttel. Der Streit um das Bürger Museum geht in die nächste Runde. Die Familie Gottschalk aus der Region Hannover, die sich in dieser Debatte bereits zu Wort gemeldet hatte (regionalHeute.de berichtete) gibt sich mit der angekündigten Überarbeitung des Museums und der Entfernung einer umstrittenen Schautafel nicht zufrieden. Mittlerweile habe man Anzeige gegen das Leitungspersonal des Bürger Museums erstattet.


"Ja, eine solche Anzeige ist bei uns eingegangen", bestätigt Erste Staatsanwältin Julia Meyer auf Anfrage. Die Akte befinde sich aktuell bei der Polizei zur Durchführung der Ermittlungen. Wie Frank Oppermann, Pressesprecher der Polizei Wolfenbüttel, gegenüber unserer Online-Zeitung erklärt, sei man dabei zu klären, ob tatsächlich ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliege. Nur in diesem Fall werde die Angelegenheit zurück an die Staatsanwaltschaft verwiesen. Derzeit könne man dazu noch keine Angaben machen.

"Eine grob ungehörige Handlung"


Ende Juli erstattete Joachim Gottschalk Anzeigen wegen Beleidigung und Verstoßes gegen Paragraph 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes. In diesem heißt es: "Ordnungswidrig handelt, wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen." Laut Gottschalk betreibe das Bürger Museum Wolfenbüttel seit drei Jahren eine Ausstellung, die dem Bereich der Volksverhetzung zuzuordnen sei.

Besonders kritisiert Gottschalk die Vitrine „Fallschirmseide und Aluminiumkochtöpfe“, deren Verhüllung er mehrfach gefordert habe. "Noch immer wird in grober Weise das Hochzeitspaar Bormann dem Verdacht ausgesetzt, dass das von der Braut Hildegard Bormann getragene Brautkleid aus der Fallschirmseide eines Fallschirmes aus der abgeschossenen B 17 Flying Fortress vom Mai 1944 stamme, potenziell also aus der Leichenfledderei eines Besatzungsmitgliedes dieses Flugzeuges oder gar eines gelynchten Besatzungsmitgliedes", schreibt Joachim Gottschalk in einem Brief an die Polizeidirektion Braunschweig. In diesem wird Polizeipräsident Michael Pientka persönlich angesprochen, er möge als Sofortmaßnahme nach dem Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung dafür sorgen, dass diese Vitrine verhüllt werde. Der Polizei in Wolfenbüttel sei nicht bekannt, ob diesem Wunsch nachgekommen wurde oder ob beabsichtigt ist, dies zu tun.

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