Block-Podcast: "Zeit"-Journalistin kritisiert staatlichen Druck

Nach der Beschlagnahmung von Audiomaterial im Block-Prozess hat die Journalistin Anne Kunze von der "Zeit" das staatliche Vorgehen kritisiert und ihre Entscheidung verteidigt, im Podcast "House of Block" zwei Kinder der Unternehmerin Christina Block zu Wort kommen zu lassen, darunter die heute 15-jährige Klara, die an Silvester 2023 gemeinsam mit ihrem Bruder Theo entführt worden war. "Klara hat gesagt, sie wolle Teil des Podcasts sein", sagte Kunze dem "Spiegel".

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Die Zeit (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Hamburg. Nach der Beschlagnahmung von Audiomaterial im Block-Prozess hat die Journalistin Anne Kunze von der "Zeit" das staatliche Vorgehen kritisiert und ihre Entscheidung verteidigt, im Podcast "House of Block" zwei Kinder der Unternehmerin Christina Block zu Wort kommen zu lassen, darunter die heute 15-jährige Klara, die an Silvester 2023 gemeinsam mit ihrem Bruder Theo entführt worden war.


"Klara hat gesagt, sie wolle Teil des Podcasts sein", sagte Kunze dem "Spiegel". Sie habe geantwortet, sie sei sich nicht sicher, ob sie das möchte. Klara habe erwidert, sie möchte es. Sie habe das mit ihrer psychologischen Betreuung und ihrem Vater besprochen. Kunze erklärte, sie habe ihr auch die Töne vorgelegt, die sie ganz am Anfang aufgezeichnet hatte. Klara werde in wenigen Tagen 16 Jahre alt. In dem Alter dürfe man wählen, Parteien beitreten, seine Religionszugehörigkeit bestimmen und eben auch seine Meinung frei äußern, so Kunze. Klara habe ihr gesagt, sie habe es satt, dass Erwachsene besser wissen, was gut für sie ist. Ihr jüngerer Bruder Theo sei im Podcast mit keinem Laut zu hören, erklärte die Journalistin.

Kunze hatte nach Darstellung der Zeitung am Montag Besuch von zwei Beamten des LKA Hamburg bekommen. Sie forderten demnach die Audioaufnahmen aus Kunzes Block-Recherche. Dem Landgericht Hamburg zufolge, das den Durchsuchungsbeschluss erlassen hatte, habe Kunze das Audiomaterial freiwillig herausgegeben.

"Das war ungefähr so freiwillig, wie wenn jemand sagt: Entweder du gibst mir deinen Schlüssel, oder ich trete deine Tür ein", sagte Kunze. "Es gab zwei Möglichkeiten: Ich händige ihnen die Aufnahmen aus - oder sie durchsuchen die Wohnung, in der ich mit meiner Familie lebe, die Redaktionsräume der `Zeit` in Hamburg und eventuell auch in Berlin und finden die Tonaufnahmen auf diese Weise." Die Überlassung der Tonaufnahmen sei Folge des ausgeübten staatlichen Drucks gewesen.

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