Sickte. Die Samtgemeinde Sickte macht auf eine Pressemitteilung der Arztpraxis "Praxis Dr. Drevs" aufmerksam. Darin geht es um die Zukunft der Praxis, in der künftig keine Kassenpatienten mehr behandelt werden.
"Zum 31. Dezember 2026 geben wir nach fast 80 Jahren Praxis Dr. Drevs unsere kassenärztliche Zulassung zurück. Ab dem 1. Januar 2027 stehen wir Ihnen ausschließlich als Privatpraxis zur Verfügung", heißt es in der Mitteilung, die von Dr. Joachim Drevs samt Praxisteam unterzeichnet wurde. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im gesetzlichen System würden die Praxis nicht mehr tragen.
Das sind die Gründe
Die Vergütung sei budgetiert – ab einer bestimmten Fallzahl werde geleistete Arbeit nur noch anteilig oder gar nicht vergütet. Gleichzeitig seien die Kosten für Personal, Energie, Praxisbedarf und die verpflichtende IT-Infrastruktur erheblich gestiegen, ohne dass sich das in der Vergütung abgebildet hätte. Dazu komme ein Verwaltungsaufwand, der inzwischen einen großen Teil des Arbeitstages beanspruche, so die Erklärung der Praxis. Das Ergebnis hätten die Patienten selbst gespürt: kürzere Gespräche, längere Wartezeiten, ein Betrieb, der von Taktung statt von Zuwendung geprägt sei. So wolle man nicht weiterarbeiten.
Selber zahlen oder wechseln
"Ab dem 1. Januar 2027 rechnen wir nach der Gebührenordnung für Ärzte ab. Sie erhalten nach der Behandlung eine Rechnung. Für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte ändert sich daher nichts – Sie reichen die Rechnung wie gewohnt ein", so die Praxis weiter. Für gesetzlich Versicherte bedeute dies einen Wechsel in eine andere Hausarztpraxis oder, dass die Kosten grundsätzlich selbst zu tragen seien; eine Erstattung durch die gesetzliche Kasse sei in der Regel nicht vorgesehen.
Bis zum 31. Dezember 2026 versorge man uneingeschränkt im Rahmen der gesetzlichen Versicherung weiter.

