150 Experten schmieden an der e-mobilen Zukunft


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Braunschweig. Eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis zum Jahr 2020 auf deutschen Straßen unterwegs sein – so sieht es der Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung vor. Ein ambitioniertes Ziel, wie ein Blick in die Statistik zeigt, denn bislang setzen sich E-Fahrzeuge nur langsam im Markt durch. 150 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft begeben sich am 23. und 24. Februar 2016 beim 13. Symposium für Hybrid- und Elektrofahrzeuge in die Zukunftsschmiede für die Elektromobilität. Wesentliche Themen der Vorträge und Diskussionen sind: Batterietechnologie, Ladeverfahren, Antriebskomponenten und ganzheitliche Konzepte, die Hybrid- und Elektrofahrzeuge für den Markt attraktiver machen.

Ausgerichtet wird das zweitägige Symposium vom norddeutschen Mobilitätscluster ITS automotive nord, der IAV Automotive Engineering und der Technischen Universität Braunschweig. Ein zwanzigköpfiger Programmbeirat ist in die Auswahl der Tagungsbeiträge eingebunden, die den Teilnehmern Einblicke in neueste Entwicklungen der Automobilhersteller und aktuelle Forschungsprojekte gewähren. Beim Hybridsymposium geht es aber nicht nur theoretisch zu: IAV lädt die Tagungsteilnehmer am Abend des ersten Veranstaltungstages an ihrem Standort Gifhorn ein, beim traditionellen Fahr-event E- und Hybrid-Modelle verschiedenster Hersteller auf einem Rundkurs Probe zu fahren. „Die derzeitigen Herausforderungen für die e-mobile Zukunft können nur im engen Schulterschluss von Forschung und Wirtschaft bewältigt werden“, so Florian Rehr, Geschäftsführer von ITS automotive nord. Das in Braunschweig ansässige Mobilitätscluster hat genau diese Vernetzung in Fachveranstaltungen und Projekten zum Ziel.

Dass die E-Mobilität ein fester Bestandteil des intelligenten Verkehrs von Morgen ist, ist unstrittig: „Die verbindlichen Obergrenzen für Schadstoffemissionen und Verbrauch lassen sich ohne elektrische Antriebe nicht realisieren“, so Prof. Dr. Burghard Voß, Fachbereichsleiter Getriebe und Hybridsysteme bei IAV. Er leitet das Symposium zusammen mit Prof. Dr. Markus Henke, Institut für Elektrische Maschinen, Antriebe und Bahnen (IMAB) der TU Braunschweig. Damit sich Hybrid- und Elektrofahrzeuge schneller und stärker im Markt verbreiten, müssen potenzielle Autokäufer deutliche Mehrwerte in der Anschaffung eines E-Fahrzeuges erkennen. „Die Batterie und Ladeverfahren sind hierbei ein Schlüsselthema“, so Henke, der mit seinem Institut dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) angehört. Die BatterieLabFactory des NFF widmet der Batterietechnologie besondere Aufmerksamkeit und hat am Vortag des Symposiums zusammen mit ITS automotive nord bereits zum dritten Mal ein spezielles Batterieseminar in der Stadthalle durchgeführt.

Forschung und Pilotvorhaben zur Elektromobilität werden in Braunschweig mit Nachdruck vorangetrieben. Der seit März 2014 im Linienverkehr eingesetzte induktiv ladende Stadtbus emil zum Bespiel zeigt, dass elektrische Antriebe nicht nur ein Thema für PKW, sondern auch für den öffentlichen Personennahverkehr und Nutzfahrzeuge sind.


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