Aktionsstand zum Welt-Aids-Tag auf dem Kohlmarkt


Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Die AIDS-Hilfe Braunschweig informiert und sammelt an diesem Tag Spenden auf dem Kohlmarkt. Foto: Sina Rühland
Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Die AIDS-Hilfe Braunschweig informiert und sammelt an diesem Tag Spenden auf dem Kohlmarkt. Foto: Sina Rühland | Foto: Sina Rühland

Braunschweig. Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Aus diesem Anlass veranstaltet die Braunschweiger AIDS-Hilfe einen Aktionsstand vor dem Brunnen auf dem Kohlmarkt. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Verwaltung haben ihre Unterstützung zugesagt und werden bei der Aktion am Stand vertreten sein.


In Deutschland haben sich auch 2016 wieder 3.100 Menschen mit HIV – dem sogenannten Aids-Virus infiziert. Zwar gibt es immer noch kein Heilmittel, „aber die heutigen Medikamente sind sehr gut. Wenn eine HIV-Infektion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, kommt es nicht mehr zur lebensbedrohlichen Krankheit AIDS – man kann dauerhaft mit HIV leben. Das ist leider immer noch zu wenig bekannt“, betont Jürgen Hoffmann, Geschäftsführer der Braunschweiger AIDS-Hilfe. Aber zum Glück gibt es mutige Menschen wie den ehemaligen Braunschweiger Christoph, der in der diesjährigen Kampagne in ganz Deutschland zum Welt-AIDS-Tag im Vordergrund steht. „Mit HIV Kann ich leben. Weitersagen!“, das ist seine Botschaft.

Diskriminierung und die Angst davor sind für viele Menschen mit HIV eine schwere Belastung. Ablehnung führt häufig zum Rückzug aus sozialen Beziehungen und zu psychischen Erkrankungen. Angst vor Ablehnung hält außerdem viele Menschen davon ab, sich auf HIV testen zu lassen - sie beginnen daher nicht rechtzeitig mit einer Therapie und entwickeln schwere Erkrankungen bis hin zu Aids. „Diskriminierung und die Angst davor erleben wir täglich in Beratungsgesprächen“, betont Jürgen Hoffmann. Die Kampagne thematisiert unbegründete Ängste vor einer HIV-Übertragung im Alltag. Eingängige Informationen helfen dabei, diese Ängste hinter sich zu lassen, fördern so Respekt und Normalität im Umgang mit HIV-positiven Menschen. Es soll deutlich werden: HIV ist im alltäglichen Umgang nicht entscheidend.

Ängste abbauen


„Wir wollen erreichen, dass jede und jeder weiß wie man sich vor einer Infektion schützen kann. Und wir wollen die Angst abbauen den sogenannten Aids-Test zu machen. Wenn man ein Risiko eingegangen ist, sollte man den Test machen. Aber viele Unkenntnis und Panik verhindern das häufig. und das ist genau das Problem: Vorurteile und Diskriminierung führen dazu, dass man lieber nicht zum Test geht. Das schadet das der eigenen Gesundheit und man kann HIV dann auch leicht unwissentlich weitergeben. Eine HIV-Therapie würde die Übertragung des Virus aber verhindern, weiß Hoffmann. Die AIDS-Hilfe bittet um Spenden. „Ohne Spenden können wir unsere Arbeit nicht weiter machen. Viele Infizierte und Ihre Angehörigen brauchen unsere Hilfe und Unterstützung. Aber wir brauchen auch dringend Spenden um weiter wirkungsvoll über HIV und AIDS informieren zu können - und das ist besonders wichtig für junge Menschen“, appelliert Hoffmann. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Verwaltung unterstützen persönlich die Aktion und werden an diesem Tag Spenden sammeln und die Rote Schleife verteilen, die weltweit für Respekt und Solidarität mit den betroffenen Menschen steht. Das gesammelte Geld fließt zu 100% an die AIDS-Hilfe, damit die Unterstützung der Erkrankten und die Prävention in unserer Region finanziert werden kann. Die AIDS-Hilfe wird am Aktionsstand auf dem Kohlmarkt rund um das Thema Aids informieren. Am Infostand gibt es dieses Jahr auch wieder die beliebte Tombola mit netten Gewinnen. Jedes Los kostet nur 1 EURO. Mit dem Los Preis kann so jeder und jede die Braunschweiger AIDS-Hilfe unterstützen und mit einem Gewinn anderen oder auch sich selbst eine Freude bereiten. Auch viele Schülerinnen und Schüler engagieren sich und organisieren an ihren Schulen eigene Aktionen zum Welt-AIDS-Tag. Das ist genau das, was wir uns wünschen,“ freut sich Hoffmann darüber.

Angst vor Ablehnung


Die AIDS-Hilfe will 100 Unternehmen als Partner gewinnen um Vorurteile abzubauen – 53 Unternehmen aus der ganzen Region machen bereits mit: „Menschen mit HIV sind Arbeitskolleginnen und Kollegen wie alle anderen auch. Aber sie verlieren Ihren Job häufiger aufgrund von Diskriminierung als wegen eines schlechten Gesundheitszustandes“, erklärt Jürgen Hoffmann. Und außerdem: „Über 60 Prozent aller HIV Positiven halten ihre Infektion aus Angst vor negativen Reaktionen vor dem Arbeitgeber oder Kolleginnen und Kollegen geheim“ Viele Infizierte leiden unter Diskriminierung und Ausgrenzung. Das will die AIDS-Hilfe ändern und hat deshalb eine große Kampagne gestartet. Gesucht werden Unternehmen und Betriebe in der ganzen Braunschweiger Region als Partner, die öffentlich für einen respektvollen Umgang mit HIV-Positiven stehen. Infos zum Mitmachen gibt es unter http://www.positiv-eingestellt.net/ Schirmherr der Kampagne ist der ehemalige Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies. „Wir wollen ja die Unternehmen als Partner um zusammen wirkungsvoller für einen vorurteilsfreien Umgang mit HIV-Positiven einzutreten. Es geht uns dabei um inhaltliche Zusammenarbeit - und nicht um Geld,“ erklärt Hoffmann. Überhaupt ist es der AIDS-Hilfe wichtig über HIV und Aids zu sprechen, denn Totschweigen, Verdrängung und Panik würden nur schaden.

Mit dem Solidaritätsteddy helfen




Der Solidaritätsteddy sucht ein neues zuhause: Das diesjährige Solidaritätsbärchen ist erfrischend graublau und hat einen roten Pulli an – und ist unendlich kuschelig. Die Kampagne "Bärenstark für die AIDS-Hilfe" ist zu einer großen Spendenaktion zum Welt-AIDS-Tag geworden. Die durch den Verkauf der dann in einer streng limitierten Auflage hergestellten Solidaritätsbärchen erzielten Erlöse kommen vollständig der AIDS-Hilfe zugute. Und die Sammler wissen: Die Bärchen sehen jedes Jahr anders aus. Als Erkennungszeichen trägt er natürlich immer die rote Stoffschleife um den Hals. Der Teddy wird ausschließlich aus umweltverträglichen Materialien, in Hand-, aber ohne Kinderarbeit hergestellt, ist CE-geprüft, mit dem OECO-Siegel versehen und bei 30°C waschbar. Jedes Jahr entwirft der Schweizer Pfarrer Heiko Sobel für die AIDS-Hilfen einen ganz besonderen Teddy mit viel Herz. Das Red Ribbon unter‘m Fuß und die Schleife um den Hals verraten den guten Zweck: Das Bärchen steht für Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids und ist dabei gleichzeitig ein kuscheliger „Spendensammler“. Erhältlich ist der Teddy gegen eine Spende von 6 Euro in vielen Apotheken und Geschäften und natürlich am 01.12. am Infostand auf dem Kohlmarkt. Unter dem Motto „Bärenstark für die AIDS-Hilfe“ tragen die Spenden dazu bei, die Aids-Prävention und die Hilfen für Betroffene in der Region finanzieren.


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