Braunschweig. Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Riddagshausen-Gliesmarode, der Förderverein Riddagshausen – Naturschutz und Bürgerschaft e. V. und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) haben gemeinsam eine Spendenkampagne auf den Weg gebracht, damit das schwer geschädigte Dach der Klosterkirche St. Maria wieder instandgesetzt werden kann. Das berichtet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in einer Pressemitteilung.
Die Klosterkirche in Riddagshausen gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse der frühen Gotik in Norddeutschland. Das national bedeutsame Kulturdenkmal soll durch die Maßnahme vor weiteren Beschädigungen bewahrt und dauerhaft gesichert werden. Der Auftakt der Spendenkampagne fand bereits am Tag des offenen Denkmals statt.
Drei Millionen Euro
Zu den Schäden gehören defekte Verbindungen zwischen Sparren und Dachbalken sowie eindringende Feuchtigkeit. Die geplante Instandsetzung sei dringend erforderlich. Die umfassende Sanierung des Dachs werde voraussichtlich rund drei Millionen Euro kosten.
Für die dringend notwendigen Arbeiten am Kirchendach fehlen noch 200.000 Euro. Um diese Lücke zu schließen, werden private Spenden benötigt. Dafür wird nicht nur regional um Spenden geworben, sondern auch bundesweit durch "Monumente", das Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, das am 26. September erschienen ist.
750 Jahre alte Klosterkirche
Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Eigentümerin der Kirche, die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Riddagshausen-Gliesmarode, der Förderverein Riddagshausen – Naturschutz und Bürgerschaft e. V. und die DSD wollen dieses Ziel gemeinsam erreichen, um die rund 750 Jahre alte Klosterkirche als Zentrum der Klosteranlage dauerhaft zu bewahren.
Die Kirche wurde zwischen 1216 und 1275 errichtet, ist der Heiligen Maria geweiht, und gilt als eines der ältesten erhaltenen frühgotischen Bauwerke Norddeutschlands. Mit ihrem kreuzförmigen Grundriss, dem rechteckigen Umgangschor und ihrer zurückhaltenden, zugleich eindrucksvollen Architektur ist sie ein herausragendes Beispiel zisterziensischer Baukunst. Ihre imposante Gestalt und Größe ist auf eine Förderung des Klosters durch Kaiser Otto IV. zurückzuführen. Der Innenraum der Klosterkirche wurde, so verlangten es die Ordensregeln, von den Mönchen mit pflanzlichen Formen verziert.
Zerstörungen und Plünderungen
Nach Zerstörungen und Plünderungen endete 1568 das zisterziensische Klosterleben. Die Klosterkirche wurde evangelisch-lutherische Gemeindekirche und ist es bis heute. Ihre bedeutende hölzerne Ausstattung wie Taufdeckel, Lettner und Hochaltar sind aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten. Außerdem erhalten sind das romanische Nordtor mit Torkapelle und Pförtnerzelle, mehrere Hundert Meter Klostermauer, die Frauen- und Fremdenkapelle und die Siechenkapelle. Die Klausur mit Kreuzgang verfiel nach dem Ende des Klosterlebens und wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen.
Die Klosterkirche Riddagshausen ist heute Gotteshaus, Kulturort und beliebtes Ziel für Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region. Weitere Informationen und die Möglichkeit zu spenden, gibt es unter www.denkmalschutz.de/klosterkirche-riddagshausen.

