Braunschweig. Seit über zwei Jahren steht die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) Rennelberg leer. Aktuell kann man das Gebäude als Theaterbühne im Rahmen des Festivals Theaterformen erleben (regionalHeute.de berichtete). Doch was passiert langfristig mit dem Standort? Das Land Niedersachsen will das größtenteils unter Denkmalschutz stehende Ensemble verkaufen. Die Stadt Braunschweig hat ihre eigenen Vorstellungen und ein Mitspracherecht. Keine einfache Gemengelage.
Im Februar hatte regionalHeute.de darüber berichtet, dass bereits im September letzten Jahres über die gängigen Immobilienportale ein Interessenbekundungsverfahren gestartet worden war. Das zuständige Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) teilte seinerzeit mit, dass das Verfahren bis zum 30. April 2026 laufen würde. Zeit also, einmal nachzufragen, was daraus geworden ist.
3,6 Millionen Euro Startpreis
Der Startpreis im Gebotsverfahren für das rund 13.400 Quadratmeter große Areal lag bei 3,6 Millionen Euro. Es umfasst drei Flurstücke mit der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt und Nebengebäuden sowie Freizeit- und Sportflächen. Nach Ende der Frist würden alle eingegangenen Konzepte von Land und Stadt Braunschweig geprüft, hieß es seinerzeit. Doch wie viele Interessenten gibt es überhaupt?
"Im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens haben sich sechs Interessenten mit einem Nutzungskonzept gemeldet. Diese gehen über reine Wohnnutzung hinaus, mehr kann aus Vertraulichkeitsgründen aktuell nicht gesagt werden", erklärt Ute Stallmeister, Pressesprecherin des NLBL, auf unsere aktuelle Anfrage.
Die Stadt ist am Zug
Das NLBL habe die eingegangenen Konzepte inzwischen auf Seriosität geprüft und diese an die Stadt Braunschweig weitergeleitet. Die Stadt Braunschweig sei nun als Bauplanungsbehörde dafür zuständig, über die Zulässigkeit der Planungen zu entscheiden. "Unter den Interessenten, deren Nachnutzungskonzept von der Stadt Braunschweig als positiv erachtet wurde, wird im Anschluss ein Gebotsverfahren über den Verkauf der Gesamtliegenschaft durchgeführt", erklärt Stallmeister.
Das höchste Angebot erhalte den Zuschlag. Sollte kein geeignetes Angebot eingehen, werde eine Neuausschreibung gegebenenfalls mit geringerer Kaufpreiserwartung durchgeführt.

