Fehlerhafte Hartz-IV-Bescheide: Der SoVD rät zum Widerspruch

Das Jobcenter würde die Bedarfe nicht richtig ermitteln, sagt der Sozialverband Deutschland in Braunschweig.

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Symbolfoto | Foto: Pixabay

Braunschweig. 2020 wurden laut Sozialverband Braunschweig über 500.000 Widersprüche gegen Hartz-IV-Bescheide des Jobcenters eingelegt. Häufig würden in den Bescheiden immer wieder die gleichen Fehler auftreten. Welche das sind, verrät der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Braunschweig und rät Betroffenen, Widerspruch gegen einen fehlerhaften Bescheid einzulegen.


Nicht immer seien Hartz-IV-Bescheide des Jobcenters korrekt: 2020 haben über 500.000 Betroffene Widerspruch eingelegt. „Es lohnt sich, gegen einen fehlerhaften Bescheid vorzugehen, denn in vielen Fällen wird einem Widerspruch stattgegeben,“ erklärt Kai Bursie, Regionalleiter des SoVD in Braunschweig. Denn: Es treten immer wieder dieselben Fehler auf.

Häufig werden beispielsweise die Bedarfe für Unterkunft und Heizung nicht richtig ermittelt, weil Änderungen der geltenden Richtlinien von Städten und Gemeinden nicht beachtet werden. Oftmals wird auch das Einkommen falsch berechnet, weil abzusetzende Beträge nicht berücksichtigt werden. Zudem werden Personen oft unrechtmäßig einer Bedarfsgemeinschaft zugeordnet – etwa, wenn Hartz-IV-Empfänger zusammen in einer WG leben. Diese falsche Annahme führt dann zu einer Minderung des Regelsatzes. Weitere Fehler passieren regelmäßig bei Betriebsausgaben und Mehrbedarfen. „Es werden Betriebsausgaben von Selbstständigen nicht berücksichtigt. Auch Mehrbedarfe, die Schwangeren, Alleinerziehenden oder Personen zustehen, bei denen ein unabweisbarer, besonderer Bedarf vorliegt, werden vergessen“, weiß Bursie.

Die Berater des SoVD in Braunschweig stehen für weitere Fragen zur Verfügung und führen Widerspruchsverfahren für Betroffene. Zu erreichen ist der Verband unter 0531 480 760. Weitere Kontaktdaten: www.sovd-braunschweig.de.


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