Braunschweig. Wenige Tage vor dem Tag der Niedersachsen sorgt der Abbau einer Café-Terrasse in der Braunschweiger Innenstadt für Unmut. Das „Superleggera Bar & Cafe“ in den Schloss-Arkaden hat auf Instagram öffentlich Kritik an den Vorbereitungen für das Landesfest geäußert. Der Grund: Das Café musste die Außenterrasse vollständig räumen.
„Ihr Lieben ... leider mussten wir aufgrund der Veranstaltung ‚Tag der Niedersachsen‘ unsere Terrasse heute Nacht komplett räumen“, schrieben die Betreiber in einem Beitrag. Enttäuschung und Unverständnis sind deutlich spürbar. Doch eine Lösung haben die Betreiber auch schon in petto. Gäste, die eigene Sitzgelegenheiten wie Klappstühle oder Hocker mitbrächten, würde man draußen weiterhin bedienen.
Stadt rechtfertigt sich
Neben zahlreichen Reaktionen von anderen Händlern und Gastronomen meldet sich auch die Stadt über ihren Instagram-Account „City of Lions“. Darin zeigt man Verständnis für mögliche Einschränkungen und den daraus entstehenden Unmut. Gleichzeitig verweist die Stadt auf die besonderen Anforderungen einer Großveranstaltung wie dem Tag der Niedersachsen. Sicherheitskonzepte, Rettungswege, Zufahrtsschutz, Veranstaltungsaufbauten und Verkehrsregelungen machten Eingriffe in den öffentlichen Raum notwendig.
Für die Betreiber des Cafés greift diese Erklärung jedoch zu kurz. Zwar betonen sie ausdrücklich, dass ihnen bewusst sei, wie viel Planung und welche Sicherheitsmaßnahmen ein Fest dieser Größenordnung erfordere. Dennoch stellen sie die konkrete Umsetzung infrage.
Wir alle sind Niedersachsen
„Trotzdem können wir nicht nachvollziehen, inwieweit es sinnvoll, sicherheitsrelevant oder verkehrssicher war, auf unsere Terrasse zwei Plastikpavillons zu stellen“, heißt es in ihrer Antwort. Und noch ein Punkt wird kritisch angesprochen: das Gefühl, bei den Planungen außen vor gelassen worden zu sein. „Ihr hättet uns alle zum Beispiel in die Planung einbeziehen können, denn wir alle sind Niedersachsen“, schreiben die Betreiber. Die Betreiber sehen die lokalen Geschäfte, Cafés und Restaurants als wichtigen Teil der Stadtgesellschaft – und als Aushängeschild für die Besucher, die an diesem Wochenende nach Braunschweig kommen.
„Wir machen die Stadt zu dem, was sie ist. Jeder kleine Laden zählt zum großen Ganzen und macht Braunschweig zu einem tollen Ort zum Leben“, heißt es weiter. Gerade deshalb hätten sie den Gästen aus ganz Niedersachsen gerne zeigen wollen, was die Innenstadt und ihre Betriebe ausmacht.
Die Stadt verweist derweil auf die langfristigen Chancen des Landesfestes. Tausende Besucher würden an dem Wochenende erwartet. Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigten, dass solche Veranstaltungen Aufmerksamkeit für die Stadt erzeugen und viele Gäste später erneut zurückkehren – zum Einkaufen, Essen oder für weitere Veranstaltungen.
Das nächste Mal zusammen
Trotz aller Kritik endet der Beitrag des Cafés versöhnlich. Die Betreiber hoffen, dass man bei künftigen Veranstaltungen gemeinsam bessere Lösungen finden kann. Für das bevorstehende Fest wünschen sie den Gästen dennoch eine schöne Zeit in Braunschweig – und „Kaiserwetter“.

