Dieser "Bienenfresser" breitet sich immer weiter aus

Das Niedersächsische Umweltministerium nimmt Stellung zur Asiatischen Hornisse und erklärt, warum nicht jedes Nest entfernt werden muss.

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Symbolbild | Foto: pixabay

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Region. Im vergangenen Jahr hatte regionalHeute.de erstmals über die Asiatische Hornisse berichtet, die sich auch in unseren Gefilden ausbreitet. Als "Bienenfresser" ist die invasive Art vor allem bei Imkern gefürchtet. 2025 wurde die Asiatische Hornisse in Braunschweig und im Landkreis Peine gesichtet. Kürzlich äußerte sich das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz zu dem Thema. Anlass war eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion.



Die ursprünglich aus Südostasien stammende invasive Insektenart gelangte vermutlich über den Seeweg nach Europa. Von Frankreich aus hat sie sich seit 2005 rapide in Westeuropa ausgebreitet. 2014 wurde das erste Nest in Deutschland (Rheinland-Pfalz) entdeckt. 2023 wurde sie erstmals in Niedersachsen nachgewiesen.

Zwei Formen von Nestern


Wie das Umweltministerium in seiner Antwort mitteilt, schreitet die Ausbreitung seit 2023 voran. Bei den Sichtungen wird zwischen Primärnestern und Sekundärnestern unterschieden. Primärnester entstehen meist im Frühjahr und dienen der Aufzucht der ersten Arbeiterinnen. Diese Nester sind in der Regel kugelförmig und haben anfangs einen Durchmesser von 5 bis 20 Zentimetern. Sekundärnester haben dagegen häufig eine kokonartige Form und sind deutlich größer (bis zu 80 Zentimeter breit und 1,20 Meter lang). Diese Hauptnester werden im Sommer gebaut und hängen häufig in Baumkronen.

Im Jahr 2023 gab es nach Angaben des Ministeriums in ganz Niedersachsen fünf Sichtungen von Exemplaren an drei Standorten und ein Sekundärnest. 2024 waren es 83 Sichtungen von Hornissen, zehn Primärnester und 20 Sekundärnester. Im vergangenen Jahr waren es 112 Sichtungen von Exemplaren, 29 Primärnester und 37 Sekundärnester. 2026 ist der Stand Anfang Juli bei 58 Sichtungen von Exemplaren und 37 Primärnestern. Aus unserer Region sind bislang nur die Fälle aus Braunschweig und aus dem Kreis Peine aus dem Jahr bekannt. Mehr dazu lesen Sie in den Artikeln "Asiatische Hornisse im Landkreis Peine angekommen" und "Invasive Bienenfresser: Asiatische Hornisse in der Region angekommen".

Nicht jedes Nest wird entfernt


Nicht jedes Nest, das entdeckt wird, wird auch entfernt. Laut Ministerium wurden 2024 sieben Primärnester und acht Sekundärnester entfernt. Im Jahr 2025 waren es 21 Primärnester und zehn Sekundärnester. Allerdings weist man darauf hin, dass nur Entfernungen benannt werden können, bei denen es Nachweise oder Rückmeldungen für die aktive Entfernung von Nestern gibt. Manchmal sei es fachlich auch nicht sinnvoll, bereits abgestorbene oder verwaiste Nester zu entfernen.

Andere Gründe für eine gegebenenfalls unterbliebene Entfernung könnten die schwierige Zugänglichkeit - zum Beispiel weit oben in einem hohen Baum oder sehr unwegsames für Hubsteiger ungeeignetes Gelände - sein. Auch ein später Zeitpunkt des Fundes im Jahr könne zu der Bewertung führen, dass eine Nestentfernung nicht mehr sinnvoll sei. Die Geschlechtstiere seien dann bereits ausgeflogen. Seit Anfang 2025 gilt die Asiatische Hornisse als etablierte invasive Art. Das bedeute, dass nicht mehr jedes Vorkommen der Asiatischen Hornisse notifiziert und sofort beseitigt werden muss. Stattdessen werde eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt und anhand des Ergebnisses entschieden, ob und welche der verfügbaren Maßnahmen durchgeführt werden sollen.

Diese Kosten sind entstanden


Eine Entfernung der Nester ist natürlich mit Kosten verbunden. So haben die unteren Naturschutzbehörden im Kreis Peine und in Braunschweig Mittel beim Land für die Nestentfernungen angegeben, die dann auch ausgezahlt wurden. In Peine waren dies 1.491,31 Euro und in Braunschweig 1.428 Euro.

Konkrete Meldungen über Schäden an Honigbienenvölkern aus Niedersachsen, die ursächlich der Asiatischen Hornisse zuzuordnen wären, liegen der Landesregierung bislang nicht vor. Das Ministerium gibt auch zu bedenken, dass die Asiatische Hornisse ihre Jagd erst dann merklich beginnt, wenn die aktive Bienensaison einschließlich der Sommerhonig-Ernte abgeschlossen ist, und Flugbienenverluste für starke Bienenvölker eher unbedeutend seien.

Unterstützung für Imker


Die in Niedersachsen im Ressort des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz implementierte „Förderung der Verbesserung der Erzeugungs- und Vermarktungsbedingungen für Bienenzuchterzeugnisse und zur Förderung der Bienenzucht und -haltung“ biete zudem die Möglichkeit für Imkereivereine, Förderung für Schulungen und Schulungsausstattung zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse zu beantragen.