Interessengemeinschaft Burgpassage: "Neue Mieter einziehen lassen"


Die „Interessengemeinschaft Burgpassage“ schlägt vor, im Erdgeschoss der Burgpassage neue Mieter einziehen zu lassen. Archivfoto: Alexander Dontscheff
Die „Interessengemeinschaft Burgpassage“ schlägt vor, im Erdgeschoss der Burgpassage neue Mieter einziehen zu lassen. Archivfoto: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. Vergangene Woche urteilte das Landgericht, dass solange Tchibo auf seinem Mietvertrag in der Burgpassage bestehe, dort keine Abrissarbeiten oder Sperrungen durchgeführt werden dürfen. Hierzu erreichte uns eine Stellungnahme der „Interessengemeinschaft Burgpassage“. Diese spricht sich dafür aus, die Burgpassage wieder zu beleben.


Im folgenden die Stellungnahme der„Interessengemeinschaft Burgpassage“ ungekürzt und unkommentiert:
„Wir begrüßen, dass das Landgericht Braunschweig den Abriss der Burg­pas­sage untersagt hat. Jetzt kann und muss sofort nachgebessert werden, denn das bislang vorlegte Konzept mit dem geplanten Abriss der denkmal­ge­schütz­ten Teile war und ist einfach nicht tragfähig. Über 4.700 Bürgerinnen und Bürger haben sich zudem gegen den Abriss der Burgpassage ausgesprochen (https://weact.campact.de/petitions/rettung-denkmalgeschutzter-hauser-der-burgpassage-braunschweig). Das Gericht hat diesem Wunsch mit seinem Urteil zusätzlich Gehör und Recht verschafft. Das ist gut so!

Gleichwohl ist uns bewusst, dass mit jeder Woche wei­­teren Leerstands im Herzen der traditionsreichen Handelsstadt Braun­schweig der Abwärtstrend mit Leerständen und Kaufkraftverlust noch weiter verstärkt wird. Ein Abwärtstrend, der mit dem Bau des ECE-Einkaufszentrum begonnen, sich durch zunehmenden Online-Handel fortgesetzt und nun durch einige wenige einflussreiche Investoren noch verstärkt hat.

Burgpassage seit Jahren gezielt entmie­tet?


Denn es drängt sich schon der Verdacht auf, dass die Burgpassage seit Jahren gezielt entmie­tet wurde. Schließlich wurde die Burgpassage bis 2015 von ECE betrieben. In den Reihen des neuen Eigentümers sitzt als Geschäftsführer für die Projekte ein Ma­nager, der zuvor auch schon den Bau des ECE-Centers in Braun­schweig ge­managt hat. Da kommt schon der Verdacht auf, dass man nicht alles daran setzt, sich einen zweiten Magneten als Konkurrenz zu den Schlossarkaden zu schaffen.

Hier aber wäre die Stadt gefordert, endlich zum Wohle des Braun­schweiger Einzelhandels und dem Erhalt einer lebendigen Innenstadt einzugrei­fen. Viel zu sehr hat die Stadtverwaltung mit gefälligen Gutachten und einer zuvorkommend erteilten Abrissgenehmigung für die denkmalgeschützten Teile die Investorenseite hofiert und den Einzelhandel mit dem wackeren Tchiboge­schäft ignoriert. Jetzt muss städtischerseits eingegriffen werden! Alle Akteure müssen an einen Tisch und ein neues Konzept entwickelt werden. Und das sofort! Denkbar wäre, die Passage sofort wieder zu eröffnen und zumindest im Erd­geschoss neue Mieter einziehen zu lassen.“

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