Braunschweig. Einst befand sich das städtische Einwohnermeldeamt relativ innenstadtnah am Hagenmarkt. 2018 ist diese Abteilung Bürgerangelegenheiten inklusive der Ausländerbehörde aber an den Stadtrand gezogen. Die Anfahrt hat sich dadurch für viele Braunschweiger deutlich erschwert. Gleichzeitig könnte ein Leerstand im Zentrum aber doch genau für dieses Amt genutzt werden, lautete ein Vorschlag im Rat der Stadt, zu dem die Verwaltung jetzt erste Ergebnisse einer Prüfung vorgelegt hat.
Wie regionalHeute.de berichtete, hatte die Gruppe Die Fraktion BS (Linke, Volt, Die PARTEI) einen Antrag gestellt, die Niederlassung der Landessparkasse in der Dankwarstraße auf ihre Tauglichkeit zu prüfen, als neues Einwohnermeldeamt zu dienen. Die Filiale soll Ende des Jahres schließen. Dem Antrag, diese Immobilie der Nord/LB zu prüfen, hatte der Rat im Mai zugestimmt, die Verwaltung wurde also tätig und legte jetzt ihre ersten Ergebnisse vor. Ein Fazit lautet demnach: "Das Gebäude in der Dankwardstraße ist grundsätzlich geeignet, Verwaltungsnutzungen aufzunehmen. Die benannten Verwaltungsbereiche werden als Option geprüft."
Kosten lassen sich noch nicht darstellen
Zu beachten seien aber weiterhin Fragen des Denkmalschutzes, der Barrierefreiheit, der Sicherheit, des Brandschutzes sowie der Besucherführung für eine öffentliche Verwaltung mit hohem Kundenkontakt, erklärt die Stadt. Auch die Betriebskosten könnten eine entscheidende Rolle in der weiteren Prüfung spielen. So weist die Stadt auf die hohen Decken hin – die höchstwahrscheinlich hohe Heizkosten verursachen würden. Eine detaillierte Kostenrechnung inklusive des Kaufpreises sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Dafür müssten erst mehr Rahmenbedingungen geklärt werden.
Zunächst hält die Stadt an ihrem Standort in der Friedrich-Seele-Straße in der Weststadt fest. Die Räume des Amts für Bürgerangelegenheiten dort seien barrierefrei zu erreichen. Mit der Buslinie 435 könnten Bürger anreisen, Autofahrer würden das Gebäude anhand der Beschilderung ebenfalls gut finden. Gleichzeitig gibt es am Bohlweg 33 den Bürgerservice. Auch dort könnten alle Anliegen der Stelle Allgemeine Bürgerangelegenheiten erledigt werden. Außerdem baue die Stadt auch ihre Online-Angebote kontinuierlich aus.
Perspektivisch sollen alle Serviceangebote im Rathaus – nach dessen Sanierung – untergebracht werden, was für kurze Wege sorgen soll. Bis dahin – der genaue Fahrplan für die Rathaussanierung steht noch längst nicht fest – sehe die Stadt aber keinen Bedarf für weitere Interimsmaßnahmen.

