Ist dieser Radweg hier breit genug?

An manchen Stellen ist er nur 60 Zentimeter breit – eigentlich viel zu schmal. Die zweispurige Straße auf eine Spur zu reduzieren – das ist allerdings keine Option.

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Hier folgt für Radfahrer an der Berliner Straße gleich ein äußerst schmaler Abschnitt (Archivbild).
Hier folgt für Radfahrer an der Berliner Straße gleich ein äußerst schmaler Abschnitt (Archivbild). | Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Müssen es 2,30 Meter sein oder reichen auch mal 1,50 – vielleicht sogar noch viel weniger? Um unter anderem diese Frage ging es jetzt im Mobilitätsausschuss der Stadt Braunschweig. Die Verwaltung beantwortete dabei eine Anfrage zur Breite von Radwegen.



Konkret ging es um den Radweg an der Berliner Straße, der von Gliesmarode nach Volkmarode führt. Die Stadtratsfraktion Die Fraktion (Linke, Volt und die Partei) wies auf ein Projekt von Schülern beim Zukunftstag hin. Diese hätten dabei angemerkt, dass dieser Radweg an manchen Stellen nur etwa 40 Zentimeter breit sei.

Radweg an der Berliner Straße ist zu schmal


Viel zu schmal also. Denn Radwege müssten schließlich mindestens 2,30 Meter breit sein, betont die Fraktion in ihrer Anfrage, die letztlich darauf abzielt, wie die Situation an diesem Radweg auch hinsichtlich der Schulwegsicherheit verbessert werden könnte.

In ihrer Antwort zeigt die Verwaltung auf, dass der Wert von 2,30 Metern nicht immer zwingend notwendig ist. Richtig sei: Wenn Radwege neu gebaut oder bestehende Wege ausgebaut werden und wenn diese benutzungspflichtig sind und nur in eine Richtung führen – dann sollen diese in Braunschweig eine Breite von 2,30 Metern aufweisen.

Die bundesweit geltenden Empfehlungen für Radverkehrsanlagen würden derweil eine Breite von 2 Metern (Mindestbreite 1,60 Meter) vorsehen. Laut Straßenverkehrsordnung ist sogar noch weniger okay: Diese verlangt eine Breite von mindestens 1,50 Metern inklusive Sicherheitsabstand zur Fahrbahn.

Radwegsbreite variiert entlang der Berliner Straße


"Die Radwege an der Berliner Straße sind weitgehend sehr alte Bestandsradwege", erklärt die Stadtverwaltung in ihrer Antwort. Dort variiert die Breite zwischen 60 Zentimetern und 2 Metern. Teilweise gebe es auch Abschnitte, die als gemeinsame Geh- und Radwege ausgewiesen sind. Bei Abschnitten entlang der Berliner Straße, die saniert oder baulich verändert worden sind, sei es nicht möglich gewesen, die Radwege entsprechend zu verbreitern, weil dann die Gehwege zu schmal geworden wären, teilt die Verwaltung mit.


Autoverkehr von zwei- auf einspurig umstellen?


Eine Frage der Fraktion lautete aber auch, ob geprüft worden sei, inwiefern sich die Situation für Radfahrer verbessern lasse, indem die Berliner Straße von zwei auf eine Spur reduziert werden würde. Klar wäre das theoretisch möglich und würde die Situation für Radfahrer sicherlich verbessern, bestätigt auch die Verwaltung in ihrer Antwort. Das würde allerdings die Leistungsfähigkeit der Berliner Straße als Hauptverkehrsstraße und Umleitungsstrecke für die A2 deutlich reduzieren. "Ob der Verkehr weiterhin leistungsfähig abgewickelt werden könnte, ist fraglich", betont die Stadt. Auch für Rettungskräfte wäre die Anfahrt nach Volkmarode deutlich umständlicher. "Daher sieht die Verwaltung von einer Fahrstreifenreduzierung ab."

Radfahrer, denen der Radweg an der Berliner Straße zu schmal ist, könnten stattdessen auf Nebenstrecken ausweichen. Eine Alternativroute, die die Stadt für den Weg nach Volkmarode vorschlägt, lautet: Friedensallee, Höhenblick und Am Sandkamp. Dort könnten Radler "abseits der Hauptverkehrsstraße in ruhigerer und verkehrsärmerer Lage fahren", erklärt die Verwaltung.

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