Lärm nach Events in Millenniumhalle – Anwohner: "Es ist kaum zu ertragen"

Viele Anwohner beschweren sich nicht nur über die Musik – sondern über das An- und Abreiseverhalten der Besucher.

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Beschwerden über Lärm rund um die Milleniumhalle (Bildmitte) am Madamenweg kommen sowohl aus dem Kleingartenverein (links oben) als auch von Anwohnern des westlichen Ringgebiets (rechts).
Beschwerden über Lärm rund um die Milleniumhalle (Bildmitte) am Madamenweg kommen sowohl aus dem Kleingartenverein (links oben) als auch von Anwohnern des westlichen Ringgebiets (rechts). | Foto: Matthias Kettling

Braunschweig. Es geht um regelmäßige Lärmbelästigungen in der Nacht. Bereits vor einigen Wochen hatte regionalHeute.de über Beschwerden über die zu hohe Lautstärke bei Veranstaltungen in der Milleniumhalle, dem MEC-Eventcenter im Madamenweg, berichtet. Die Beschwerden kamen damals von Anwohnern aus der Weststadt. Doch, wie jetzt einer Anfrage im Stadtbezirksrat zu entnehmen ist, liegen ähnliche Klagepunkte auch aus dem westlichen Ringgebiet – also aus der anderen Richtung – vor.



In der Weststadt hatten Anwohnerbeschwerden aus der Erftstraße und vom Rheinring eine entsprechende Anfrage im Bezirksrat ausgelöst, die die Grünenfraktion eingereicht hatte. Auch die Redaktion von regionalHeute.de erreichten Zuschriften von Anwohnern. Einer schrieb, dass er "seit mehreren Jahren mit der Stadt Braunschweig wegen dieses dauerhaften unerträglichen Lärms aus der Halle in Kontakt" sei und mehrfach die Polizei verständigt habe.

Lärm bei der Abreise am Madamenweg


Nun hat auch die Fraktion der Bündnis-Grünen im westlichen Ringgebiet Anwohnerbeschwerden gesammelt und einen Beschlussvorschlag eingereicht, über den der Stadtbezirksrat in seiner nächsten Sitzung am 19. Mai entscheidet. Dieser würde die Verwaltung auffordern, „zeitnah bei Musikveranstaltungen im MEC nächtliche Langzeitmessungen zur Lärm-Immission im Umfeld des MEC durchzuführen und gegebenenfalls Lärmminderungsmaßnahmen anzuordnen." Insbesondere zielt der Vorschlag auch darauf ab, den Lärm "durch veranstaltungsbedingten Verkehr auf dem Madamenweg, insbesondere nachts im Anschluss an die Veranstaltungen" zu prüfen. Dieser sei demnach das Hauptproblem für die Nachtruhe vieler Anwohner.

Bereits in der Antwort auf die Anfrage im Weststadt-Bezirksrat hatte die Stadtverwaltung erklärt, dass 2023 die Verstärkeranlagen im MEC mit einem Limiter – einem Begrenzer – ausgestattet werden mussten, um die Lizenz für nächtliche Musikveranstaltungen zu erhalten. So sollte sichergestellt sein, dass zumindest die Musik keine zu hohen Messwerte erreichen kann.

"Es kam trotz der von Ihnen zugrunde gelegten Lärmbestimmungen zu nächtlichen Lärmbelästigungen aufgrund regelwidriger Überschreitungen", heißt es nun in der Begründung zur Beschlussvorlage der Grünen, die das mit zahlreichen Beispielen belegen. In Passagen aus Anwohnerschreiben heißt es an einer Stelle: "An den letzten Wochenenden sind die Belastungen durch Veranstaltungen im MEC kaum noch zu ertragen."

Dabei geht es vielen offenbar nicht nur um die Musik während der Veranstaltung, sondern auch um die Lärmbelästigungen, die durch die Abreise der Veranstaltungsgäste oft erst ab 2 Uhr nachts entstehen. Da ist zum Beispiel die Rede vom "Abreiseverkehr mit den üblichen Hupkonzerten und Rumgeschreie der Besucher unterhalb der Brücke Madamenweg". Im Beispiel eines anderen Anwohners heißt es: "Nach Beendigung des Konzerts wurde offensichtlich weitergefeiert. Um 2.15 Uhr in der Nacht wurde ich durch hämmernde Techno-Beats geweckt". Der Lärm sei nicht nur am Madamenweg, sondern auch an der Schüßlerstraße zu hören. Daher sei es laut Beschlussvorlage notwendig, auch die Lärm-Immissionen zu prüfen, die durch den Verkehr entstehen.

Parken auf der Rasenfläche – Sondernutzung ausgeschöpft


Ein weiteres Thema betrifft ebenfalls die An- und Abreise: Dabei geht es um die Nutzung der Rasenfläche als Parkplatz. "Nach eigenen Beobachtungen erscheint uns ebenso die verabredete zehnmalige Sondernutzung pro Jahr der Grünfläche, zu diesem Zeitpunkt - spätestens aber ab Mitte des Jahres - ausgeschöpft. Somit kann die Verabredung, die Fläche auch für Reitsport-Veranstaltungen sowie Konzerte im Raffteichbad zur Verfügung zu stellen, nicht mehr eingehalten werden", heißt es in der Vorlage der Grünen.

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