Malteser Braunschweig übten mit ihrer Rettungshundestaffel


Labrador „Hänsel“ (links) hat den „Verletzten“ im Unterholz gefunden. Jetzt helfen die Sanitäter. Foto: Lukas/Malteser
Labrador „Hänsel“ (links) hat den „Verletzten“ im Unterholz gefunden. Jetzt helfen die Sanitäter. Foto: Lukas/Malteser | Foto: Lukas/Malteser

Braunschweig. Die Spürnase der Hunde, das Können der Sanitäter – wenn es um die Rettung vermisster Menschen geht, müssen viele Dienste ineinandergreifen. Grund genug für die Braunschweiger Malteser, am gestrigen Samstag auf dem Gelände der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) dieses Zusammenspiel zu üben. Mit dabei auch die Staffel „Spürhunde NRW“ aus Kalletal.


Er ist kaum zu bändigen vor Stolz: Endlich hat „Hänsel“ den geschminkten „Verletzten“ im Unterholz gefunden und läuft nun zurück zu seiner Hundehalterin. Fehler! Ein fertig ausgebildeter Rettungshund bleibt beim Verletzten und „verbellt“ die Retter herbei, berichtet der Malteser Hilfsdienst e.V.

Das muss Hänsel noch lernen. „Aber das darf er auch noch“, sagt seine Halterin Annette Beumer. Mit zwei Jahren gehört der lebhafte Labrador zu den jüngeren Hunden, die an diesem heißen Samstag bei der Übung auf dem Gelände der PTB dabei sind. Fast ebenso lange ist er schon in der Ausbildung zum Malteser-Rettungshund. Seine Prüfung soll „Hänsel“ im nächsten Jahr ablegen. Bis dahin hat er auch das „Verbellen“ gelernt. Doch auch heute bekommt der zutrauliche, pechschwarze Hund ein dickes Lob samt Leckerli für seine gute Arbeit.

Neun Teams für die Flächensuche


Neun Mensch-Hunde-Teams hatten die Malteser bei dieser Übung für die Flächensuche aufgeboten, bei der die Hunde in einem bestimmten Gebiet nach Menschen suchten. Dazu kamen acht Teams mit so genannten Mantrailern. Diese sehr gut ausgebildeten Spezialisten können Menschen anhand einer Geruchsprobe über viele Kilometer hinweg gezielt aufspüren. Fünf dieser Spürhunde hatte Hundeführer Martin Meding mit drei Kolleginnen von „Spürhunde NRW“ aus Kalletal mitgebracht.

Den Braunschweiger Maltesern ist dieses Team durch gemeinsame Übungen freundschaftlich verbunden und wollte auch diesmal bei der Suche dabei sein. Sechs Verletzte – so die Annahme – hatten sich nach einem Verkehrsunfall aus ihrem Wohnmobil unter Schock in einen Wald beziehungsweise ein Wohngebiet geflüchtet. Am weitesten hatte es dabei die verletzte Fahrerin geschafft, die fast sechs Kilometer gelaufen war. Nicht weit genug aber für die Mantrailer der Malteser und von „Spürhunde NRW“. Auch diese Verletzte wurde schließlich erschnüffelt, ebenso wie ihre Mitfahrer, und von den Sanitätern der Malteser fachgerecht versorgt.

Guter Verlauf trotz großer Hitze


Der Übungsorganisator Karl Kumlehn, Leiter Rettungshundestaffel der Malteser in Braunschweig, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Übung. Trotz der Hitze hätten alle der mehr als 50 Beteiligten, darunter drei Jugendliche des Schulsanitätsdienstes, ihre Aufgabe sehr gut gelöst, lobte der Übungsleiter. An diversen Kleinigkeiten könnte man noch feilen, aber dazu sind solche Übungen ja da. Wichtig ist den Maltesern auch, durch solche Übungen neue Teammitglieder mit den „alten Hasen“ zusammenzuschweißen.

Rettungshunde für die Flächensuche gibt es bei den Braunschweiger Maltesern seit 2002. Vor vier Jahren kamen auch Mantrailer dazu. 26 Mensch-Hunde-Teams hat die Rettungshundestaffel heute insgesamt. Viele davon sind noch in der Ausbildung, die zwei bis drei Jahre dauert. Auch nach der Prüfung muss ein Rettungshund zwei bis drei Mal pro Woche trainieren und seine Prüfung alle zwei Jahre wiederholen. Nur so kann der hohe Leistungsstand garantiert werden, dem so mancher Vermisste sein Leben verdankt.


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