Braunschweig. Die Wahl ist entschieden: Dr. Thorsten Kornblum (SPD) bleibt Oberbürgermeister von Braunschweig. In der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Maximilian Pohler konnte der Amtsinhaber drei Viertel aller Stimmen für sich verbuchen. Doch im Rat der Stadt sieht die Sache anders aus. Hier ist die SPD zwar weiter stärkste Kraft, für eine Mehrheit benötigt man aber mindestens zwei Partner.
Bei der SPD herrschte am gestrigen Sonntagabend ausgelassene Stimmung. Im Volksfreundhaus konnte man binnen zwei Wochen zum zweiten Mal einen Wahlsieg feiern. War es gestern ein regelrechter Erdrutschsieg für Dr. Thorsten Kornblum, hatte sich dieser vor 14 Tagen mit einem großen Vorsprung bereits abgezeichnet. Zudem konnte man sich seinerzeit auch darüber freuen, weiterhin stärkste Kraft im Rat der Stadt zu bleiben. Allerdings mit leichten Einbußen.
Dritter Partner nötig
Da auch Bündnis 90 / Die Grünen sowie die CDU Stimmen und Sitze eingebüßt haben, ist die Lage im neuen Rat, der sich im November erstmals zusammenfinden wird, eine andere als vor fünf Jahren. Seinerzeit hatten SPD und Grüne eine Mehrheit im Rat, konnten so gemeinsam Projekte durchsetzen. Und alternativ konnte die SPD auch mit der CDU zusammenarbeiten, auch diese Konstellation reichte für eine Mehrheit. Nun ist man auf mindestens einen dritten Partner angewiesen.
Am liebsten einstimmig
Im Interview mit regionalHeute.de sprach OB Kornblum daher nicht nur über seinen Wahlerfolg und wie er in den vergangenen fünf Jahren mit der Stadt Braunschweig zusammengewachsen ist, sondern auch darüber, wie er künftig Mehrheiten finden will. Am liebsten seien ihm einstimmige Beschlüsse:
Auf Unterstützung bei der Suche nach Partnern kann Kornblum auf Christoph Bratmann setzen. Der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende wird dieses Amt auch in der kommenden Ratsperiode ausüben. Wie er im Gespräch mit unserer Online-Zeitung erklärt, ist dies keine neue Situation für ihn. Mit wechselnden Mehrheiten habe er Erfahrung:
Bei der CDU hieß es zunächst Wunden lecken. Fraktionsvorsitzender Thorsten Köster ordnete das Ergebnis in den Kontext der vielen CDU-Niederlagen an diesem Abend in der Region ein. Für die kommende Legislaturperiode zeigte er sich aber kooperationsbereit – wenn es zum Wohle der Stadt Braunschweig ist:
Man darf also gespannt sein, wie es politisch in Braunschweig weitergeht. Angesichts der vielen Großprojekte, die Dr. Thorsten Kornblum angestoßen hat - teils noch in der Planungsphase, teils schon in der Umsetzung - dürfte es von Vorteil sein, eine stabile Mehrheit hinter sich zu wissen. Auf der anderen Seite weiß man natürlich gerade in Braunschweig, dass auch mit knappen Mehrheiten ganze Schlösser abgerissen und wieder aufgebaut werden können.

