Braunschweig. Braunschweigs Schwimmer und Badesportler warten sehnsüchtig darauf: Bis zur Wiedereröffnung des Schwimmbads in Gliesmarode müssen sie sich aber noch gedulden. Diese ist für 2029 geplant. Laut den letzten Wasserstandsmeldungen der Verantwortlichen befindet sich das Sanierungsprojekt weiterhin auf Kurs. Warum es überhaupt so viel Zeit in Anspruch nimmt, dazu hat jetzt zum Beispiel ein an der Sanierung beteiligtes Ingenieurbüro einen Einblick gegeben.
So ist das Ingenieurbüro Heise und Baumgart aus Braunlage unter anderem für die technische Sanierung verantwortlich. In einem Video in dem sozialen Online-Netzwerk TikTok erklärt Eike Ponel, einer der Partner des Büros, was die Herausforderungen vor Ort sind. In den "Technikkatakomben" des Schwimmbads zeigt der Ingenieur die dortige verrostete Technik. "Das was wir hier sehen, ist Korrosion. Das soll so nicht sein. Das müssen wir verbessern", sagt Ponel in dem Beitrag.
Die Technik im Schwimmbad Gliesmarode hat gelitten
Das Wasser hat dort offenbar seine Spuren hinterlassen. "Wir haben hier das Problem, dass im Technikbereich über einen langen Zeitraum viel Feuchtigkeit war", erklärt Ponel. Auch die Sanierung durch den zwischenzeitlichen Betreiber NewYorker hat in dieser Sache offenbar nur einen Aufschub gewährt. "Auch wenn das Bad vor elf Jahren saniert wurde, hat das Bad in den elf Jahren gelitten, hat die Technik gelitten", sagt Ponel in dem Kurzvideo.
Filetarbeit im Schwimmbad Gliesmarode
Bedeutet das etwa, dass die Ingenieure jetzt alles aus dem Technikraum herausreißen und wegwerfen müssen? Nicht ganz! Es steht jetzt vielmehr ein Auswahlprozess bevor. Ponel: "Wir müssen jetzt filetieren. Was ist noch gut, was kann man wiederverwenden und was muss vielleicht ausgetauscht werden?"
Doch dieser Auswahlprozess wird noch durch eine weitere Sache erschwert. So erklärt Ponel, dass die Betonpfeiler, -wände und -decken im Schwimmbad ebenfalls von der Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Teilweise hat das Wasser da über die Zeit Löcher hineingefressen. Eben auch in die Betonstützen im Technikraum. Auch diese müssen saniert werden.
Um aber an die Wände heranzukommen, müsse die Technik teilweise abgerissen werden. "Hier ist alles voll mit Technik. Egal, wo wir hier an irgendeinen Beton ranwollen, wir müssen die Technik wegschieben oder zurückbauen. Das führt dann dazu, dass wir wahrscheinlich einen Großteil der schönen Technik abreißen und neu machen müssen", lässt Ponel durchblicken.
Bauarbeiten sollen erst Ende 2027 starten
Derzeit läuft also noch die Bestandsaufnahme durch die beteiligten Architekten und Ingenieure vor Ort. Deren Ergebnisse sollen zu entsprechenden Ausschreibungen führen. Die Bauarbeiten sollen dann Ende 2027 starten. 2029 dürfen dann, wenn alles planmäßig verläuft, die ersten Gäste wieder ins kühle Nass hüpfen und dort ihre Bahnen ziehen.

