So könnte das ehemalige Gefängnis einmal aussehen

Die JVA Braunschweig-Rennelberg ist Geschichte – Studenten haben jetzt Entwürfe zur möglichen Nachnutzung erstellt, die in einer Ausstellung zu sehen sind.

260220 JVA Rennelberg Braunschweig
260220 JVA Rennelberg Braunschweig | Foto: Matthias Kettling

Braunschweig. Studenten der TU Braunschweig haben Entwürfe dafür geschaffen, wie sich das Umfeld der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) Rennelberg künftig nutzen ließe. Diese sind ab sofort bis zum 20. Mai während der Öffnungszeiten im Foyer des 2. OG des Rathaus-Altbaus (Platz der Deutschen Einheit 1) ausgestellt.



Das Areal der ehemaligen JVA an der Rennelbergstraße wird aktuell durch das Land veräußert. Die Stadt habe sich zum Ziel gesetzt, das gesamte Areal mit den angrenzenden Flächen als Quartier neu zu entwickeln, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Der entsprechende Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans wurde im Dezember 2018 durch den Verwaltungsausschuss gefasst.

Studenten entwickeln Visionen für die Zukunft der JVA Rennelberg


Passend dazu haben sich jetzt Studenten der TU Braunschweig am Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik mit dem Grundstück der ehemaligen JVA und seiner Umgebung beschäftigt und Visionen für eine potenzielle Zukunft entwickelt. Dabei seien gelungene Entwurfsansätze entstanden, die bei der Entwicklung für ein qualitätsvolles städtebauliches Konzept mit einfließen können.

"Ich begrüße es, dass der Lehrstuhl von Prof. Brederlau und seine Studierenden an der TU Braunschweig mit der Nachnutzung des Umfelds der ehemaligen JVA Rennelberg auseinandergesetzt haben. Das zeigt die Verbundenheit der Technischen Universität mit ihrer Stadt und bietet den Studierenden die Möglichkeit, sich mit konkreten Fragestellungen auseinanderzusetzen und mit Praxisbezug zu arbeiten", sagt Stadtbaurat Gerold Leppa. "Die Entwürfe zeigen sehr unterschiedliche Ansätze, sie spiegeln einen zukunftsorientierten Umgang mit denkmalgeschütztem Bestand, eine sensible Nachverdichtung sowie zeitgemäßen Städtebau wider."

Das sind die drei prämierten Entwürfe:


Der 1. Preis geht an den Entwurf von Franziska Heininger und Johannes Quirin, welcher unter dem Titel "Von Mauern zum Miteinander - Transformation der ehemaligen JVA Rennelberg" ein attraktives Quartier mit attraktivem Wohnumfeld schafft, offen gestaltet und gegliedert durch symmetrische Achsen, die auf einen großzügigen Platz als Kreativcampus münden.

Der 2. Preis wird an Adriana Gens und Mareike Meier vergeben, deren Entwurf "JVA Rennelberg - Wenn Barrieren weichen" sich insbesondere durch eine starke Öffnung des Geländes der ehemaligen JVA, eine Schaffung großzügiger Hofsituationen durch ergänzende Neubauten und einen mit Klimawald betitelten Park entlang einer zentralen Wegeachse auszeichnet.

Den 3. Preis erhalten Sarah Suttner López und Robert Sievert für den Entwurf "Kiez statt Knast - Nachbarschaft statt Mauern". Dieser setzt sich mit einer neuen "Rennelbergtwete" und einem "Rennelbergplatz" sowie einer Quartiersgalerie mit weitreichender Berücksichtigung des Bestandserhalts auseinander und setzt auf eine kleingliedrige Bebauung des Areals.

Mit der Präsentation der vorliegenden Entwürfe startet noch keine Entwicklung. Dazu sind insbesondere die Ergebnisse des Veräußerungsprozesses des JVA-Geländes abzuwarten, der derzeit in Abstimmung zwischen Land und Stadt im Gange ist. Wenn Klarheit über das Entwicklungskonzept auf dem JVA-Gelände besteht, wird das Umfeld in die Diskussion rücken, zu der mit den vorliegenden Entwürfen eine Basis bereitsteht.

Zunächst einmal wandelt sich in diesem Sommer die ehemalige JVA in ein Festival-Gelände. Im Juni ist das Festival Theaterformen mit einem umfangreichen Programm vor Ort.

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