Braunschweig. Der Sommeranfang steht vor der Tür. Die Temperaturen sollen noch diese Woche über die 30-Grad-Marke klettern. Bei solcher Hitze empfiehlt es sich, ausreichend Wasser zu trinken. Dass das auch an öffentlichen Brunnen in Braunschweig durchaus möglich ist, darum ging es jetzt in einem städtischen Ausschuss. Wo die Trinkwasserbrunnen zu finden sind, und wo neue entstehen sollen.
In ihrer Anfrage im Umwelt- und Grünflächenausschuss betonten die Grünen im Rat der Stadt, dass der "schadstofffreie und barrierefreie Zugang zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser im öffentlichen Raum ein zentraler Baustein der kommunalen Daseinsvorsorge sowie des urbanen Hitzeschutzes" sei.
Trinkwasserbrunnen werden immer wichtiger
Einige Schritte seien bereits unternommen worden. Dabei habe die Stadt auf eher teurere Sensorlösungen gesetzt. Dabei gebe es günstigere Beispiele, vor allem aus Ländern im Mittelmeerraum, wo öffentliche Trinkwasserbrunnen schon seit jeher etabliert sind, erklären die Grünen. Warum setzt die Stadt also nicht auf solche technisch weniger anspruchsvollen Lösungen? Da es tendenziell mehr Hitzephasen gibt, sollte es möglichst viele Trinkwasserbrunnen auch in Braunschweig geben, betont die Grünen-Fraktion im Rat der Stadt. In der Anfrage heißt es: "Angesichts veränderter klimatischer Bedingungen, intensiverer Hitzeperioden und der Ergebnisse bundesweiter Erhebungen zum städtischen Hitzeschutz gewinnt eine lückenlose, aber eben auch wirtschaftliche und verlässliche Trinkwasserinfrastruktur weiter an Relevanz."
Das sind die Standorte der Trinkbrunnen in Braunschweig
Aus der jetzt vorliegenden Antwort der Stadtverwaltung geht hervor, welche Standorte es gibt und wie sie genutzt werden, aber auch wo neue Standorte geplant sind. So erklärt die Stadt, dass bislang sechs öffentliche Trinkbrunnen im Betrieb seien. Das sind die Standorte: Am Dom/Heinrichslinde, Herzogin-Anna-Amalia-Platz, Hutfiltern 9, Sack 5, Löwenwall und im Prinzenpark auf der Skateanlage.
Außerdem wurden sechs weitere Standorte beschlossen, die sich derzeit in Planung oder bereits in der Umsetzungsphase befinden: Berliner Straße/Vossenkamp, Hagenmarkt, Johannes-Selenka-Platz, Nordpark, Pocket Park Kannengießerstraße und am Westbahnhof im Skatepark.
Mit Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen werde sich die Anzahl öffentlicher Trinkbrunnen im Stadtgebiet innerhalb weniger Jahre von sechs auf insgesamt zwölf Standorte verdoppeln, erklärt die Verwaltung. Die Stadt trage damit den steigenden Anforderungen an die öffentliche Trinkwasserversorgung im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge sowie der Klimaanpassung Rechnung.
Aus dem Mittelmeerraum bekannte "Dauerläufer" keine Option
Technisch sei es durchaus anspruchsvoll und aufwendig, Trinkwasser auf diese Weise zur Verfügung zu stellen, erklärt die Stadt – deutlich schwieriger jedenfalls als bei herkömmlichen Brunnenanlagen. Die Anschaffungskosten beliefen sich für die meisten Exemplare auf 25.000 bis 45.000 Euro. Die Unterhaltskosten bewegen sich pro Brunnen im Vorjahr zwischen 4.000 und 6.500 Euro. Die Brunnen würden überwiegend über Sensorik gesteuert – auch im Sinne der Hygiene. Aus dem Mittelmeerraum bekannte Lösungen – wie etwa die "Dauerläufer" – kämen in der Löwenstadt jedenfalls nicht infrage, weil sie mit einem zu hohen Wasserverbrauch daherkommen. Auch wenn diese Lösungen in der Anschaffung wohl preiswerter sind, sie würden bis zu 3 Liter Wasser pro Minute verbrauchen.
Um den Trinkwasserbrunnen-Betrieb zu optimieren, will die Stadt andere Maßnahmen in Betracht ziehen – zum Beispiel einen einheitlichen Brunnenstandard etablieren. Außerdem verweist die Verwaltung darauf, dass es neben den Trinkwasserentnahmestellen auch noch andere Formen der öffentlichen Trinkwasserversorgung gebe. Zum Beispiel existieren in Braunschweig etwa 70 Refill-Stationen, unter anderem in Restaurants und in Geschäften des Einzelhandels. Dort könnten alle – also auch Nicht-Kunden – ihre Trinkflaschen kostenlos auffüllen.

