Braunschweig. Es könnte eins der größten Projekte in der Nähe der Innenstadt werden: die Umgestaltung im Großen Hof rund um die alte Markthalle bis hin zur Alten Waage. Die Stadt Braunschweig möchte sich um Fördermittel bewerben, um insgesamt rund 60 Millionen Euro zu investieren. Es seien viele Fragen aufgekommen, merkte jetzt die CDU-Fraktion im Rat der Stadt an. Dazu zählen: Wie genau soll es weitergehen, was soll investiert werden – und wie werden sich die Pläne auf Parkplätze und Bäume auswirken?
Die CDU-Fraktion wolle "Klarheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit" in dieser Sache herstellen – vor allem, wie das weitere Verfahren aussieht. Die Union verweist auf die vorliegenden Konzepte – zum Beispiel das Verkehrskonzept, das zwar großzügige Möglichkeiten für Fahrräder und Car-Sharing" vorsehe, "ansonsten soll aber für Pkw nur eine Quartiersgarage zur Verfügung stehen", heißt es in der Anfrage. Auch der Baumbestand würde die Anwohner interessieren. Die Unionsfraktion fragt daher, welche Bäume gefällt und welche als Ersatz wo gepflanzt werden sollen.
Ministerium gibt Förderprojekte im Sommer 2027 bekannt
Die Anfrage beantwortete die Stadtverwaltung jetzt im Ausschuss für Planung und Hochbau. Zunächst einmal habe die Stadt die Antragsunterlagen zur Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ fristgerecht eingereicht. Und jetzt heißt es: abwarten. Ob Braunschweig aufgenommen worden ist, werde das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen voraussichtlich im Sommer 2027 bekannt geben.
Sollte es für die Löwenstadt mit der Aufnahme ins Förderprogramm klappen, werde die Planung anschließend ins Detail gehen. Erst dann werden entsprechende Gutachten erstellt und Einzelprojekte vertieft geplant. Die Umgestaltung des Stadtviertels werde "prozesshaft und in mehreren Verfahrensstufen" erfolgen, teilt die Stadt mit und erklärt: "Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt schrittweise und ist abhängig vom jährlichen Zufluss der Fördermittel." Das gesamte Sanierungsverfahren sei auf 15 Jahre angelegt. Auch weil die Johannes-Selenka-Schule noch bis 2031 zwischengenutzt werde, wird es vorher keinen Startschuss für die Neustrukturierung geben. Den Entwurf für die Neubebauung überarbeitet das Siegerbüro aus Hamburg derzeit.
Parken im Mobility Hub mit 220 Stellplätzen
Zur Parkplatz-Situation erläutert die Verwaltung, dass es noch kein abschließendes Verkehrskonzept gebe. Grundsätzlich sei aber ein Mobility Hub – also zum Beispiel ein Parkhaus – mit 220 Stellplätzen geplant, der von der Wendenstraße aus erschlossen werden kann. Auch dieser Teil des Entwurfs werde derzeit überarbeitet. Die Anzahl der geplanten Einstellplätze soll optimiert werden. Ob das bedeutet, dass es mehr oder weniger als die zuvor angesetzten 220 werden sollen, bleibt dabei zunächst offen.
Eine neue Lösung fürs Parken muss schon allein deswegen her, weil die derzeit vorhandenen Parkplätze Großer Hof und an der Wendenstraße entsiegelt werden sollen. Auch das ist ein wesentlicher Teil des Entwurfs zur Neugestaltung des Viertels. Dort sollen mehr Freiräume entstehen. Dabei soll der Baumbestand erhalten bleiben, erklärt die Verwaltung. Dieser werde in die neu entstehenden Freiräume integriert. "Damit entstehen zusätzliche öffentliche Grünflächen in der Innenstadt", heißt es in der Antwort der Stadt.
Doch auch in dieser Sache sind die Planungen noch längst nicht bis ins letzte Detail festgelegt. Die Stadt erklärt: "Das Freiraumkonzept wird im weiteren Verfahren überarbeitet und weiter konkretisiert. Erst dann können Aussagen zur Anzahl von Neu- und Ersatzpflanzungen gemacht werden."

