Braunschweiger. Zwei Teams steigen aus der ersten Liga ab, zwei aus der zweiten Liga auf: So einfach sieht der Modus in den ersten beiden Basketball-Ligen Deutschlands – der Bundesliga und der 2. Liga Pro A aus. Demnach müssten die Basketball Löwen Braunschweig sich eigentlich auf die neue Saison im "Unterhaus" vorbereiten. Schließlich sind sie Vorletzter der Abschlusstabelle der vergangenen Spielzeit. Erstmals seit 31 Jahren wäre die erste Mannschaft aus der Löwenstadt wieder zweitklassig. Eigentlich – doch jetzt hat sich eine Hintertür aufgetan.
Die Zeiten, als ein sportlicher Abstieg aus der ersten Liga fast immer noch die Option mit sich brachte, irgendwie doch noch eine Lizenz zu kaufen, sind zwar inzwischen vorbei. Doch ausgerechnet jetzt gibt es für die Braunschweiger diese Möglichkeit. Der Grund: Im Rennen um den Aufstieg aus der 2. Liga Pro A haben sich die Kirchheim Knights und Phönix Hagen ins Finale vorgekämpft. Vor allem die Kirchheimer, die sich im Halbfinale gegen die Gießen 46ers durchsetzten, überraschten dabei.
Kirchheims Erfolg spielt Braunschweig in die Karten
Offenbar auch sich selbst, denn der Klub aus Baden-Württemberg hatte, anders als die meisten anderen Topteams der 2. Liga, keine Lizenz für die kommende Bundesliga-Saison beantragt. Zum Lizenzierungsverfahren hatte die 2. Liga es im Vorfeld klipp und klar dargestellt: Die "Knights Kirchheim haben keinen Lizenzantrag für die easyCredit BBL gestellt und können daher nicht in die höchste deutsche Spielklasse aufsteigen."
Das Aufstiegsverfahren sieht aber vor, dass nur die beiden Finalisten der 2. Liga hoch dürfen. Nachrücker sind von den Statuten nicht vorgesehen. Somit dürfen sich jetzt also nur die Hagener als Finalist auf die Bundesliga freuen. Diese soll aber weiterhin aus 18 Mannschaften bestehen.
Wildcard kostet die Basketball Löwen 800.000 Euro
Somit sind wieder die Braunschweiger an der Reihe. Nach einer Seuchensaison mit jeder Menge Verletzungsproblemen, legten die Löwen auch dank einiger später Nachverpflichtungen noch einen versöhnlichen Endspurt in der abgelaufenen Saison hin. Am Ende reichte es aber nur für den vorletzten Platz. Doch der könnte diesmal ausreichend sein. Als Vorletzter haben die Braunschweiger jetzt womöglich die Option, eine Wildcard für die BBL zu erwerben. Kostenpunkt: 800.000 Euro.
Eine beachtliche Summe. Diese Investition dürfte sich aber lohnen. Schließlich würde auch ein Wiederaufstieg aus der Pro A jede Menge Geld kosten und wäre alles andere als garantiert. Auf der anderen Seite spielt eine Bundesliga-Saison durch die erhöhten Einnahmen – etwa durch Fernsehgelder – deutlich mehr Geld in die Kassen als eine Spielzeit in der Zweitklassigkeit. Ganz abgesehen davon steht es der Sportstadt Braunschweig und dem Basketballstandort mit seiner attraktiven Spielstätte, der Volkswagen-Halle, deutlich besser zu Gesicht, weiterhin in Deutschlands Oberhaus vertreten zu sein.
Deal noch nicht abgeschlossen
Noch haben die Braunschweiger, deren zweite Mannschaft zudem den Aufstieg in die 2. Liga ProB, also die dritthöchste Spielklasse, geschafft hat, den Deal mit der Liga offiziell noch nicht abgeschlossen. Die BBL schreibt auf ihrer Homepage dazu: Die Liga befasse sich aktuell "mit einer möglichen Vergabe des Teilnahmerechts ohne sportliche Qualifikation im Rahmen eines Wildcardverfahrens gemäß §15 des BBL-Lizenzstatuts. Vor diesem Hintergrund bereitet die Liga die weiteren organisatorischen Schritte vor und wird zeitnah über das weitere Verfahren informieren."

