Bundesliga: Innenminister hält Rückkehr zu Geisterspielen für denkbar

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius hält eine Einschränkung der Zuschauerkapazität in Fußballstadien oder auch Geisterspiele bereits ab kommender Woche für denkbar.

von Marvin König


Der Profi-Fußball könnte bald wieder vor leeren Rängen stattfinden. (Archivbild)
Der Profi-Fußball könnte bald wieder vor leeren Rängen stattfinden. (Archivbild) Foto: Frank Vollmer

Niedersachsen. Landesinnenminister Boris Pistorius hält eine baldige Rückkehr zu reduzierten Zuschauerkapazitäten in Fußballstadien oder sogar Geisterspiele wieder für denkbar. Das erklärte der Innenminister in der Landespressekonferenz zur Corona-Lage am heutigen Dienstag.


Hintergrund dieser Überlegung ist die Bitte der Landesregierung, in Niedersachsen eine "epidemische Lage von landesweiter Tragweite" festzustellen, um eine Rechtsgrundlage für verschärfte Corona-Maßnahmen in Warnstufe 3 zu haben. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens rechne selbst derzeit nicht damit, dass der Hospitalisierungswert von 9 für diese Warnstufe zeitnah erreicht wird, man wolle jedoch vorbereitet sein.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius.
Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius. Foto: Axel Otto



Doch auch die Regelungen in Warnstufe 2 bereiten dem Innenminister Bauchschmerzen: "Wir haben im Moment noch eine Verordnung, die zulässt, dass am kommenden Wochenende Fußballspiele mit bis zu 25.000 Zuschauern stattfinden. Ich hab da so meine Probleme damit und sie alle wissen, dass ich leidenschaftlicher Fußballanhänger bin", leitet der Innenminister ein. Eine Änderung der Regeln mit einer neuen Verordnung wäre nicht ausgeschlossen. "Was in den letzten Wochen über die Bildschirme flimmerte, ist in diesen Zeiten kaum zu vermitteln", so der Innenminister unter Bezugnahme auf ein Fußballspiel in Köln vor über 50.000 Zuschauern.

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Probleme hauptsächlich bei der Anfahrt


"Auch wenn wir wissen, dass in den Stadien überwiegend gut kontrolliert wird, die Hauptprobleme werden wir bei den Anfahrten haben im ÖPNV. Von daher wird die Verordnung ab nächster Woche im Zweifel eben auch vorsehen, auf eine Kapazitätsgrenze von 25 Prozent herunterzugehen, oder sogar zu Geisterspielen überzugehen - was auch niemandem Freude macht." Pistorius kündigte in derselben Pressekonferenz auch schärfere Kontrollen der geltenden Maßnahmen an. Dazu gehört auch die konsequente Kontrolle der 3G-Maßnahmen im ÖPNV.


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