Bundesweites 365-Euro-Ticket gefordert - Braunschweiger OB dabei

Gemeinsam mit dem Präsidenten der Region Hannover und dem Kieler Oberbürgermeister fodert Dr. Thorsten Kornblum einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket.

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Symbolbild | Foto: Axel Otto

Braunschweig. Das 9-Euro-Ticket sei ein voller Erfolg. Über 31 Millionen Menschen – inklusive der bestehenden Abo-Kundinnen und Kunden – haben nach Angaben der Bundesregierung das Ticket bis Mitte Juli gekauft. Die hohe Nachfrage zeige: Bei günstigen Angeboten nutzen deutlich mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr. Deshalb wollen Steffen Krach, Präsident der Region Hannover, Dr. Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister von Kiel, und Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister von Braunschweig, ein bundesweit einheitliches Angebot verstetigen und fordern das 365-Euro-Ticket als Nachfolger des bisherigen Rabatts. Das teilen die Drei in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.



"Wir wissen die Mehrheit der Menschen in diesem Land hinter uns. Ein bundesweites 365-Euro-Ticket ist verkehrspolitisch, sozialpolitisch und klimapolitisch der richtige Weg", so Steffen Krach. "Wir müssen den aktuellen Schwung mitnehmen, die Menschen im ÖPNV halten und die Nutzung des ÖPNV nachhaltig verstetigen. Bund, Länder und Kommunen sind aufgefordert, die aktuelle Dynamik für ein gemeinsames bundesweit gültiges Ticket im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher zu nutzen", sagt Dr. Thorsten Kornblum.

Tarifdschungel beenden


"Ein besserer und ein bezahlbarer ÖPNV müssen Hand in Hand gehen. Dass Verbesserungen in der Infrastruktur nur langfristig erreicht werden können, darf uns aber nicht davon abhalten, jetzt gerade Menschen mit wenig Geld Mobilität günstig zu ermöglichen", betont Ulf Kämpfer. Für einen verbraucherfreundlichen ÖPNV müsse dabei allerdings der Tarifdschungel in Deutschland ein Ende finden, so die Forderung der drei Verwaltungschefs. Dafür müssten dringend die Regionalisierungsmittel angepasst werden. Einerseits, um die ausfallenden Einnahmen der Verkehrsunternehmen zu kompensieren. Andererseits, um das Angebot mit dem Ausbau der Infrastruktur attraktiver zu machen und mit dichteren Fahrplantakten auf die steigende Nachfrage reagieren zu können.

Die drei kommunalen Befürworter des 365-Euro-Tickets weisen darauf hin, dass die Kommunen bundesweit bereits heute herausragende Arbeit und erhebliche Finanzierungsbeiträge im Erhalt und Ausbau von Stadtbahn und Bussystemen leisteten. Gerade jetzt sei die Chance günstig, die ÖPNV-Finanzierung auf grundlegend neue Beine zu stellen. Bund, Länder und Kommunen müssten in Zusammenarbeit mit den Aufgabenträgern und Verkehrsverbünden den Mut haben, den Tarifdschungel zu überwinden. Wenn alle einen Beitrag leisten würden, könnte die Finanzierung gemeinsam gestemmt werden.

3,5 Milliarden Euro Kosten


Die Kosten für ein bundesweit gültiges 365-Euro-Ticket werden auf rund 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Das sei gut investiertes Geld in die Mobilitätswende und trage zur dringend notwendigen Reduzierung von CO2 bei.


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