Diese Braunschweiger Beratungsstelle schließt in wenigen Tagen

Fehlende finanzielle Mittel sorgen für das Ende der Beratungsstelle in der Kasernenstraße. Doch ein Nachfolger ist zumindest für die Schwangerenberatung bereits gefunden.

Der SkF schließt seine Beratungsstelle in Braunschweig Ende Juni, Schwangere können sich weiterhin bei Karen Vogel (links) in den Räumen der Caritas beraten lassen. Heike Willner (Mitte) ist die Vorsitzende beim SkF in Braunschweig, Dorotha Kahl (rechts) Jahrespraktikantin.
Der SkF schließt seine Beratungsstelle in Braunschweig Ende Juni, Schwangere können sich weiterhin bei Karen Vogel (links) in den Räumen der Caritas beraten lassen. Heike Willner (Mitte) ist die Vorsitzende beim SkF in Braunschweig, Dorotha Kahl (rechts) Jahrespraktikantin. | Foto: Sabine Moser/pkbs

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Braunschweig. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) schließt seine Beratungsstelle in Braunschweig Ende des Monats nach mehr als 100 Jahren. Gleichzeitig löst sich der SkF-Ortsverband Braunschweig auf. Darüber informiert das Bistum Hildesheim in einer Pressemitteilung.



„Die Beratung wird dann ab 1. Juli von der Caritas in denselben Räumlichkeiten in der Kasernenstraße 30 übernommen“, erläutert Karen Vogel, scheidende Geschäftsführerin und Schwangerenberaterin des SkF in der Löwenstadt. Vogel arbeitet weiterhin – zumindest anteilig – in der Schwangerenberatung, nur eben bei der Caritas. Klientinnen erreichen die Beraterin zwecks Terminabsprache unter der gewohnten Rufnummer 0531/380 08-37.

Fehlende finanzielle Mittel


„Nicht das fehlende Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen, sondern die fehlenden finanziellen Mittel machten diesen Schritt, diese Entscheidung letztendlich notwendig“, heißt es in einer Mitteilung des SkF Ortsverbandes Braunschweig zu seiner Auflösung. „Bisher hatten wir die Schwangeren- und Familienberatung als Aushängeschild. Dazu kamen die Projekte ‚Elternpraktikum mit Babysimulatoren` und „Frühe Hilfen” im Westlichen Ringgebiet", beschreibt Vogel die Angebote des SkF in der Löwenstadt.

Hohe Nachfrage


Die Angebote seien gut nachgefragt gewesen. So seien fast 330 ratsuchende Frauen und Familien im vergangenen Jahr in die Beratungsstelle gekommen, außerdem hätten 89 Familien die Präventionsangebote in Form einer Eltern-Kind-Gruppe im Westlichen Ringgebiet genutzt. Das Besondere dieser Gruppe seien unter anderem ein Bewegungsparcours und die regelmäßig angebotenen Vorträge zu Themen wie Erste Hilfe oder Zahnhygiene am Baby gewesen.

Das Elternpraktikum für eine verantwortungsvolle Elternschaft mit zehn computergesteuerten Babysimulatoren für Schüler ab der 9. Klassen habe 2025 an sechs Schulen stattgefunden. Dazu seien einige Informationsveranstaltungen gekommen – hier sei es unter anderem um Themen wie Schütteltrauma oder Auswirkungen von Alkohol auf das Ungeborene gegangen.

Noch kein neuer Träger für Projekte


Heike Willner, Vorsitzendes des Ortsverbandes, ist froh, dass die Caritas die Schwangerenberatung nahtlos übernimmt: „Bis auf den Briefkopf ändert sich eigentlich nichts für die Frauen, denen geholfen wird. Die Caritas war der erste Partner, den wir gefragt haben, ob sie die Schwangerenberatung von uns übernehmen wollen. Wir sind nämlich ein Fachverband der Caritas, jedoch mit eigenem Leitbild, eigenen Strukturen und Schwerpunkten.“ „Für die anderen beiden Projekte haben sich bisher leider keine Träger gefunden“, bedauert Willner und ist offen für Gespräche. So seien die Babysimulatoren noch neuwertig. Infrage kämen laut Vogel zertifizierte Schwangeren- und Familienberatungsstellen mit entsprechendem Konzept.

„Wir möchten uns bei allen Spendern und den Stiftungen in der Region, die uns teilweise jahrzehntelang unterstützt haben, für die gute Zusammenarbeit und ihr Wohlwollen bedanken. Außerdem gilt unser Dank der Caritas, in der wir immer einen guten vertrauensvollen Partner in der Zusammenarbeit hatten“, betont Willner. Zu den Unterstützern gehörten neben zahlreichen anderen die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Stiftung Großes Waisenhaus.

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