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Düstere Stimmung im Rat: Stefan Roßmann verliert sein Amt



Salzgitter

Düstere Stimmung im Rat: Stefan Roßmann verliert sein Amt

von Alexander Panknin


Abstimmung gegen Roßmann hinterlässt eine düstere Stimmung. Foto: Alexander Panknin
Abstimmung gegen Roßmann hinterlässt eine düstere Stimmung. Foto: Alexander Panknin Foto: Alexander Panknin

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Salzgitter. Auf der heutigen Ratssitzung wurde über den Antrag der CDU, FDP und LINKEN abgestimmt. Mit einem eindeutigen Ergebnis entschied man sich mit nur vier Gegenstimmen für die Abberufung des zweiten Bürgermeisters Stefan Roßmann.



Am heutigen Vormittag gaben die Antragssteller, auf Anfrage von regionalHeute.de, bekannt, dass die Gegendarstellung von Stefan Roßmann nichts an ihrer Meinung geändert hätte.

SPD und Grüne hatten sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, wie sie abstimmen würden. Letztlich kam es aber im Rat zu einem eindeutigen Ergebnis. Relativ zu Ende der bis dato ruhigen Sitzung wurde der gemeinsame Antrag der CDU, FDP und LINKEN verlesen. Von 40 Stimmen entschieden sich 36 Ratsmitglieder gegen Stefan Roßmann als zweiten Bürgermeister. Sein Platz: leer. Aus persönlichen Gründen zog Roßmann es vor, dem Rat heute nicht beizuwohnen.


Fraktionen melden sich zu Wort


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Rat stimmt gegen Stefan Roßmann. Foto: Alexander Panknin



Die Fraktionen wiederholten zum größten Teil die schon bekannten Argumente vom Vormittag. Neu war allerdings der Bezug auf die Pressearbeit. Ulrich Leidecker, Fraktionsvorsitzender der SPD, rügte die lokalen Zeitungen. Letztlich sei es gerade die Berichterstattung gewesen, die die diskreten Informationen über Stefan Roßmann überhaupt ans Licht gebracht hätten. Leidecker verkündete, dass seine Fraktion dem Antrag folgen würde, sprach sich aber dafür aus, dass Roßmann weiterhin Mitglied im Rat bleiben solle.

Grüne bleiben vielfältig



Sonst ist Marcel Bürger eher für seine lebendigeArt bekannt, am Rednerpult wirkte er bei diesem Thema ruhig und betroffen. Er äußerte sein Verständnis gegenüber Roßmann als Person. Eigentlich habe er eine andere, persönliche Rede vorbereitet. Diese wollte er aber für sich behalten und dem nicht anwesenden Stefan Roßmann von Auge zu Augeentgegenbringen. Er wäre von diesem Amt zurückgetreten, hätte es ihn selbst betroffen. Dies hätte er auch vom zweiten Bürgermeister erwartet und darum würde er gegen ihn stimmen.

Die Grünen wolltensich fraktionsintern nicht auf eine Meinung einigen, jeder habe sein eigene Stimme. Ganz nach dem Leitspruch "Vielfalt statt Einfalt".

Gedrückte Stimmung


Wolfgang Rosenthal (Grüne) kündigte sich als sein Nachredner an, er bat schon im Vorfeld um Nachsicht, würde er die Wortzeit von fünf Minuten wahrscheinlich überschreiten. Dies tat er dann auch.

Rosenthal stellte sich, als einer der wenigen, hinter den zweiten Bürgermeister. Nach dem jetzigen Erkenntnisstand, der auf Vermutungen der Staatsanwaltschaft beruhen würde, gäbe es nicht einen Grund, an den Worten Roßmanns zu zweifeln.

Mit seiner Rede lieferte Rosenthal den kritischsten Vortrag des Abends, er betrachte verantwortliche Pressevertreter als Komplizen und Mittäter. Er nannte die Weitergabe von sensiblen Daten aus der verschlossenen Akte der Anwaltschaft und den Antrag der CDU, einen "politischen Zug". Diejenigen, die scheinbar einen besonderen Draht zur Staatsanwaltschaft hätten, um überhaupt an solche Informationen zu kommen, hätten diesem Mann und seiner Familie großen Schaden zugefügt.

Erschüttert über diesen verdeckten Winkelzug in den eigenen Reihen des Rates, wurde seine Stimme brüchig. Nach Ende seiner emotionalen Rede trat für einen Moment Schweigen ein, bis sich die Anwesenden wieder auf Ihre Tagesordnung beriefen. Diese wurde danach ohne Rückfragen schnell abgearbeitet. Danach löste sich die Sitzung auf.

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