Region. Wenn es um Eichenprozessionsspinner geht, liegt der Fokus hauptsächlich auf die Auswirkung auf die Menschen. Doch die Spinner stellen auch eine Gefahr für die Eichenwälder dar. Wie die Niedersächsischen Landesforsten bei einem Termin vor Ort berichtete, sind die Eichen im Rühener Wald aktuell sogar akut gefährdet.
Bereits seit einigen Jahren leiden die Eichenwälder zwischen Rühen und Parsau unter der massenhaften Vermehrung der Eichenprozessionsspinner. Die Raupen ernähren sich von den Blättern der befallenen Eichen bis hin zum Kahlfraß. Da dieses erst sehr spät im Jahr geschieht, haben die Bäume auch keine Möglichkeit mehr, noch einmal auszutreiben. Nach einem mehrjährigem Befall kommt es häuftig zum Absterben der betroffenen Bäume. Dadurch entstehen Lücken in der Bewaldung, es kommt mehr Licht auf den Waldboden und die Eichenprozessionsspinner fühlen sich wohler, vermehren sich also noch stärker.
In den betroffenen Regionen im Rühener Wald sind die befallenen Bäume mittlerweile so weit geschwächt, dass sie keine Eicheln mehr produzieren. Eine natürliche Nachsaat von Jungbäumen finden also nicht mehr statt.
Pflanzenschutzmittel als letzter Ausweg
Gemeinsam mit den Experten von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen beobachten die Niedesächsischen Landfosten die Entwicklung in den Eichenwäldern. "Wir haben uns im diesem Jahr trotz der düsteren Prognose entschieden zunächst weiter zu beobachten und Daten zu sammeln", erklärte Forstamtmeister Andreas Baderschneider. Zur Verwendung von Pflanzenschutzmittel werde erst gegriffen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft worden seien. Doch die Hoffnung aus dem Frühjahr, dass sich die Bestände allein wieder erholen würden, ist im Laufe des Jahres noch kleiner geworden. Deshalb sei es mittlerweile sehr wahrscheinlich, dass nächstes Jahr im Mai doch auf die Hilfe von Chemie zurückgegriffen werden müsse. Das Mittel werde dann mit Hubschraubern in den betroffenen Regionen versprüht.

