Region. Es war ein verheerendes Erdbeben, das diese Woche Venezuela erschütterte und wohl mehrere Zehntausend Menschenleben forderte. So gewaltig war das Erdbeben, dass es sich sogar bei uns in der Region bemerkbar machte.
Wie die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mitteilt, hatte das stärkere der beiden Erdbeben in Venezuela eine Magnitude von 7,5. Dies ließ sich auf der Asse nachweisen, wo die BGE als Betreiberin des Bergwerkes, in dem derzeit noch 126.000 Fässer mit Atommüll lagern, regelmäßig Messungen unter anderem mit einem Breitbandseismometer durchführt. An der seismologischen Station Asse wurde jetzt dabei eine maximale Bodenschwinggeschwindigkeit von 242 Mikrometern pro Sekunde gemessen. Außerdem nahmen die BGE-Mitarbeiter an der Asse eine spektakuläre Audiodatei auf, auf der die sich ereigneten Bruchprozesse in Venezuela zu hören sind.
Station Asse sammelt Daten für den Erdbebendienst des Bundes
Die von der BGE betriebene Station Asse im Landkreis Wolfenbüttel stellt ihre Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) für die Nutzung im GRSN, dem Deutschen Seismologischen Regionalnetz, zur Verfügung. Sie fließen laut BGE auch in die Auswertung im Rahmen des Erdbebendienstes des Bundes ein. Die Station zeichnet kontinuierlich Bodenbewegungen auf und trägt dazu bei, Erdbeben und andere seismische Ereignisse zu erkennen, zu lokalisieren und fachlich einzuordnen. Die Daten werden der BGR zur Verwendung im seismologischen deutschen Regionalnetz zur Verfügung gestellt und vom Erdbebendienst des Bundes (EdB) verwendet.
Die Messsysteme auf der Asse dienen der Erfassung und Lokalisierung von Bruchvorgängen im Grubengebäude, also den Hohlräumen in den Bergwerken. Die gemessenen Bodenbeschleunigungen und Bodenschwinggeschwindigkeiten werden unter der Woche täglich durch die Gruppe Geophysik gesichtet und ausgewertet. Für die auf der Asse auftretenden seismischen Ereignisse werden im Allgemeinen Magnituden kleiner 0 berechnet. Diese Ereignisse sind selbst unter Tage nur selten spürbar.

