Forschungsreise ins Kreidemeer im Kalksteinbruch in Salder

Am Tag des Geotops ist der Zutritt zu diesem Gelände nach Anmeldung ausnahmsweise erlaubt.

Der Steinbruch am Hasselberg in Salder.
Der Steinbruch am Hasselberg in Salder. | Foto: Stadt Salzgitter

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Salzgitter. Einen Ort, den man sonst nicht einfach betreten darf, gibt es am diesjährigen Tag des Geotops zu entdecken. Am Sonntag, 20. September, lädt das Städtische Museum Schloss Salder von 11 bis 13 Uhr in den Kalksteinbruch in Salzgitter-Salder ein. Darauf weist die Stadt Salzgitter in einer Pressemitteilung hin.



Der Steinbruch am Hasselberg in Salder ist ein außergewöhnliches Geotop im UNESCO‑Geopark Harz – Braunschweiger Land - Ostfalen. Das Gelände befindet sich im Eigentum der Stiftung Naturlandschaft und wird vom BUND Salzgitter gepflegt und betreut. Aus Gründen des Naturschutzes ist der Zugang in den Steinbruch streng untersagt. Der Tag des Geotops ist daher eine besondere Gelegenheit, das Gelände mit Anmeldung zu besuchen.

Kleinbiotope haben sich entwickelt


Der Steinbruch am Hasselberg ist in vielerlei Hinsicht besonders: Seit der endgültigen Einstellung des Kalksteinabbaus im Jahr 1992 haben sich auf dem Steinbruchgelände auf weitgehend natürlichem Weg Kleinbiotope mit einer einzigartigen und besonders schützenswerten Artenvielfalt entwickelt. Geschützte Sandschnecken-Arten sind hier heimisch und der Uhu nutzt das Gebiet als Brutplatz.

Fossilien im Kalksteinbruch.
Fossilien im Kalksteinbruch. Foto: Stadt Salzgitter


Aber auch geologisch sticht der Steinbruch hervor: In den Kalksteinschichten lässt sich eine entscheidende Grenze der Erdgeschichte nachvollziehen – der Übergang vom Zeitalter Turon in das Coniac vor etwa 90 Millionen Jahren. Genau an dieser Stelle wurde 2023 der „Goldene Nagel“ gesetzt. Dieser bezeichnet einen international anerkannten geologischen Referenzpunkt und macht den Steinbruch Salder zu einem weltweit bedeutenden Ort für die Geowissenschaften.

Spuren vergangener Zeiten


Im Kreidesteinbruch in Salder stößt man zudem nach mehr als 90 Millionen Jahren noch auf Spuren von Lebewesen, die das kreidezeitliche Meer am Ende des Erdmittelalters bevölkert haben. Am häufigsten findet man Überreste von Brachiopoden (Armfüßer), Ammoniten (Kopffüßer), Seeigeln, Muscheln und Schwämmen – seltener - sie wurden hier aber auch schon gefunden - Zähne von Haien und anderen Meeresbewohnern. Am „Tag des Geotops“ können Interessierte sich auf die Suche nach steinernen Spuren vergangener Zeiten begeben und selbst kleine Entdeckungen machen.

Das Städtische Museum Schloss Salder bittet die Teilnehmer, Helm, Schutzbrille und Hammer mitzubringen. Solange der Vorrat reicht, können diese aber auch vor Ort ausgeliehen werden. Das Gelände ist unwegsam, Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind erforderlich. Die Führung ist nur bei trockenem Wetter möglich. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich unter der Telefonnummer 05341 / 839-4623 oder museum@stadt.salzgitter.de. Fragen zum Steinbruch oder Anfragen für Begehungen können an den BUND Salzgitter gerichtet werden: info@bund-salzgitter.net.