Neue Räume, kurze Wege: Ambulante Palliativversorgung ist umgezogen

Nachdem die alten Räumlichkeiten in Goslar zu klein geworden waren, geht es nun in Langelsheim weiter.

Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Anngret Bernhardt, Meike Kiegeland, Patricia Göricke, Bianca Pütsch, Sandra Mochmann und Nicole Lübbecke.
Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Anngret Bernhardt, Meike Kiegeland, Patricia Göricke, Bianca Pütsch, Sandra Mochmann und Nicole Lübbecke. | Foto: esn

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Langelsheim. Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) der Diakoniestation Nordharz, Teil der Diakoniestationen Harz-Heide (DHH) und somit der Evangelischen Stiftung Neuerkerode (esn), ist umgezogen: Nach mehreren Jahren in Goslar hat das Team neue Räumlichkeiten in der Astfelder Straße 5 in Langelsheim bezogen. Das berichtet die Evangelische Stiftung Neuerkerode (esn) in einer Pressemitteilung.



In direkter Nachbarschaft zur Tagespflege Langelsheim, die ebenfalls zur Diakoniestation Nordharz gehört, und eine geplante Schlüsselstelle des ambulanten Dienstes der Filiale Liebenburg-Lutter, entstehen kurze Wege, enge Abstimmungen und wertvolle Synergien. Für die DHH ist der Umzug ein weiterer Schritt, um die Versorgung im Nordharz nachhaltig zu stärken.

Verkürzte Fahrtwege


„Wir sind in den vergangenen Jahren gewachsen und die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Unsere bisherigen Räumlichkeiten entsprachen da nicht mehr unseren Anforderungen“, sagt Nicole Lübbecke, Leitung der SAPV und Regionalleitung Nordharz. Die SAPV versorgt im Landkreis Goslar seit 2019 schwerkranke und sterbende Menschen in ihrer häuslichen Umgebung und betreut derzeit rund 40 Patienten. Von dem Umzug profitiere auch die Tagespflege Langelsheim. „Für unsere Tagespflege ist das eine echte Bereicherung. Jetzt haben wir die Kolleg:innen direkt nebenan“, freut sich Bianca Pütsch, Prokuristin und Leitung der DHH-Tagespflegen. Nun bekomme die DHH – die Tagespflege liegt ruhig, aber etwas versteckt im Marienhüttenweg 3 – endlich auch einen Standort, der für alle gut sichtbar ist und die Präsenz im Ort steigert.

Die neue Schlüsselstelle des ambulanten Pflegedienstes der Filiale Liebenburg-Lutter habe ebenfalls einige Vorteile. „Durch sie verkürzen sich die Fahrtwege zu den Menschen, die in und um Langelsheim versorgt werden“, berichtet Patricia Göricke, Pflegedienstleitung des ambulanten Dienstes der Filiale Liebenburg-Lutter. „Das kommt natürlich auch den Mitarbeitenden zugute, die ihren Wohnort in der Nähe haben und hilft uns, unsere Tourenplanung zu optimieren.“

Schon heute arbeiten der ambulante Pflegedienst und die SAPV eng zusammen. Die der DHH anvertrauten Menschen werden teilweise von beiden Diensten versorgt. Meike Kiegeland, stellvertretende Koordinatorin der SAPV im Nordharz, sagt: „Durch die örtliche und personelle Nähe entstehen wertvolle Synergieeffekte. Wir sind stets auf dem aktuellen Stand, wie es den Kund:innen geht, und können sich verändernde Bedarfe schnell erkennen.“

Zunahme palliativer Versorgung


Der Bedarf an palliativer Versorgung hat in den vergangenen Jahren zugenommen – und die ambulante Versorgung entspreche genau dem, was die meisten sich wünschen. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass eine palliative Betreuung zuhause möglich ist“, sagt SAPV-Palliativärztin Anngret Bernhardt. „Dabei wünschen sich fast alle Menschen, in den eigenen vier Wänden sterben zu können. Genau hierbei begleiten wir sie.“ Dabei gehe es nicht nur um die letzte Lebensphase kurz vor dem Tod, betont Kiegeland: „Wir unterstützen Menschen dabei, möglichst lange eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Davon profitieren auch die Angehörigen, die entlastet werden.“


Zeit für Gespräche und Zuwendung


Diese Haltung verbinde die verschiedenen Angebote der DHH. „Ob Tagespflege, ambulanter Dienst oder SAPV: Unser gemeinsamer Auftrag ist es, Menschen zu ermöglichen, so lange wie möglich zuhause zu bleiben“, sagt Pütsch. „Und als freigemeinnütziger Träger und dank Projekten wie ,Mehr Zeit‘ haben wir auch mal die Minute mehr.“ Das Projekt ermögliche es, sich über die refinanzierten Leistungen hinaus Zeit für Gespräche und Zuwendung zu nehmen, wenn dies nötig ist – ohne dass mehr Kosten für die Kunden entstehen.

Besonders bildlich zeige sich das bei der Palliativversorgung. „Mit dem Tod endet der Versorgungsvertrag“, sagt Lübbecke. „Wir haben bei der SAPV aber die Möglichkeit, danach noch einen Abschlussbesuch zu machen sowie die Beerdigung zu besuchen. Das kommt nicht nur den Angehörigen zugute, sondern ist auch für unsere Mitarbeitenden wertvoll.“

Ergänzt werden diese Angebote durch die Tagespflege Langelsheim, die derzeit täglich Platz für 16 Gäste bietet. „Menschen treffen sich hier wieder, bleiben in Gemeinschaft aktiv und werden individuell gefördert“, sagt Leiterin Sandra Mochmann. Aktuell sind noch Plätze frei. „Interessierte können gerne einen kostenlosen Schnuppertag vereinbaren.“ Wer sich für die Angebote der Diakoniestationen Harz-Heide interessiert, kann sich unter 05326/505 99 61 informieren.