Galeria pleite: Wie geht es jetzt mit Filialen in unserer Region weiter?

Das Insolvenzverfahren ist jetzt angeordnet. Die Zukunft der Kaufhäuser in Braunschweig und Goslar ist ungewiss. Erneut müssen die Mitarbeiter bangen.

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Wie es mit dem Karstadt-Kaufhaus in Braunschweig weitergeht, ist derzeit ungewiss.
Wie es mit dem Karstadt-Kaufhaus in Braunschweig weitergeht, ist derzeit ungewiss. | Foto: Matthias Kettling

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Braunschweig/Goslar. Das war ein Paukenschlag: Am vergangenen Freitag ging die Meldung bundesweit durch alle Medien, dass die Kaufhauskette Galeria erneut einen Insolvenzantrag gestellt hat – zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren. Das betrifft in unserer Region die Standorte Goslar und Braunschweig. Gerade in der Löwenstadt galt das Kaufhaus endlich als zunächst gesichert. Erst eine Woche zuvor hatten Galeria und die Volksbank BRAWO, als Vermieterin des Kaufhauses, eine Einigung bekannt gegeben. Jetzt ist seit dem heutigen Montag klar: Das Amtsgericht Düsseldorf hat dem Antrag zugestimmt und ein Insolvenzverfahren angeordnet.



Der Kaufhausriese startet also den nächsten Versuch, sich zu sanieren. Ob und welche Standorte schließen müssen, ist derzeit aber noch völlig offen. Nach der bisher letzten Insolvenz vor zweieinhalb Jahren wurden bereits zahlreiche Standorte auf den Prüfstand gestellt und neun von damals 92 Kaufhäusern geschlossen. Braunschweig und Goslar hatten aber offenbar weiter eine Zukunft, nachdem in Braunschweig bei vorherigen Insolvenzen und Sanierungsmaßnahmen die Häuser am Gewandhaus und am Bohlweg (Horten) schon länger geschlossen sind.

Wechsel zwischen Rettung und Absturz


Der permanente Wechsel zwischen Rettung und Absturz macht den Mitarbeitern und allen, die sich vor Ort für eine Lösung einsetzen, zu schaffen. So hatte Braunschweigs Oberbürgermeister Thorsten Kornblum bereits am Freitag reichlich Kritik in Richtung Galeria abgefeuert: "Statt eine seriöse Perspektive für die Häuser und die Mitarbeitenden zu schaffen, konfrontiert das Unternehmen die Kommunen mit wiederkehrenden Ankündigungen von Standortschließungen und die Mietpartner mit immer neuen Forderungen von Mietnachlässen. Dass Galeria jetzt erneut diesen Schritt geht, ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für den Erhalt des Standorts eingesetzt haben. Das Vertrauen in die handelnden Personen hat einen neuen Tiefpunkt erreicht."

Auch die Mitarbeiter-Vertreter fordern eine Perspektive. So erklärt die Gewerkschaft ver.di heute in einer Pressemitteilung, dass die rund 670 Beschäftigten in den sechs Häusern in Niedersachsen und in der Filiale in Bremen – davon 95 in Braunschweig und 60 in Goslar – "jetzt dringend eine Perspektive bräuchten" – unter Einbeziehung der Betriebsräte. Seit Jahren hätten die Mitarbeiter Angst um ihre Arbeitsplätze. "Seit Jahren tragen sie alles dazu bei, um die Standorte zu erhalten. Die erneute Insolvenz von Galeria Kaufhof trifft die Beschäftigten nach ihrem jahrelangen Gehaltsverzicht umso härter“, wird Sabine Gatz, die ver.di-Fachbereichsleiterin Handel in Niedersachsen und Bremen, dort zitiert.

Perspektive der einzelnen Standorte ungewiss


Auch bei ver.di weiß man offenbar noch nichts darüber, welche Kaufhäuser jetzt in Anbetracht der anstehenden Sanierungsbemühungen erneut wackeln. „Wir können aktuell keine Angaben zur Perspektive der einzelnen Standorte machen. Wenn die Prüfung durch den Insolvenzverwalter abgeschlossen ist, muss es darum gehen, einen geeigneten Käufer zu finden“, sagt Gatz weiter.

Dass, wie bei der letzten Insolvenz vor zweieinhalb Jahren, erneut Investoren einspringen und Galeria mit jeder Menge frischem Geld versorgen, scheint diesmal eher unwahrscheinlich zu sein. Auch steht für das Unternehmen diesmal wohl kein Insolvenzgeld zur Verfügung, mit dem die Löhne der Mitarbeiter bezahlt werden.