Gewebespende bei Helios: Eine persönliche Geschichte, die verbindet

An den Standorten Gifhorn, Uelzen, Nienburg und Helmstedt arbeitet Helios künftig noch enger mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation zusammen.

Henning Bolle, Transplantationsbeauftragter des Clusters Niedersachsen-Nord und Laura Nietsch.
Henning Bolle, Transplantationsbeauftragter des Clusters Niedersachsen-Nord und Laura Nietsch. | Foto: DGFG

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Helmstedt. Zum 1. Juli hat das Helios Cluster Niedersachsen-Nord sein Engagement im Bereich der Gewebespende erweitert. An den Standorten Gifhorn, Uelzen, Nienburg und Helmstedt arbeitet Helios künftig noch enger mit der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) zusammen. Aus den eigenen Reihen gibt es nun ein besonders persönliches Beispiel dafür, was Gewebespende bewirken kann. Das berichtet Helios in einer Pressemitteilung.



Eine bewegende Geschichte verbindet dabei ausgerechnet den Transplantationsbeauftragten des Clusters, Henning Bolle, mit einer Angehörigen eines Gewebespenders: Laura Nitsch. Ihr Vater hat nach seinem Tod Augenhornhäute gespendet – und Bolle war einst sein Auszubildender. Eine Geschichte, die erst Jahre später zusammenfand.

Eigene Transplantationsgeschichte


Laura Nitsch hat selbst eine lange Transplantationsgeschichte hinter sich. Aufgrund eines seltenen Fehlbildungssyndroms versagten ihre Nieren nach 21 Jahren. 14 Jahre lang war sie auf die Dialyse angewiesen. Ihr Alltag war dadurch stark eingeschränkt. Im August 2024 erhielt sie schließlich eine Nierentransplantation und damit die Chance auf ein deutlich freieres Leben. Heute kann sie wieder mehr Zeit mit ihren Hunden verbringen, Freunde treffen, einen Spanischkurs besuchen und sogar ihren ersten Urlaub ohne Dialyse planen.

Das Thema Gewebespende begegnete ihr auf ganz andere Weise: Im Jahr 2023 erkrankte ihr Vater schwer und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Die Familie wurde gefragt, ob sie einer Spende seiner Augenhornhäute zustimmen würde. Für Laura und ihre Familie war die Entscheidung schnell getroffen. Sie wussten selbst, was es bedeutet, auf ein Transplantat zu warten. Zwei Menschen konnten schließlich Augenhornhäute ihres Vaters erhalten.

Hoffnung in der Zeit der Trauer


„In dieser ganzen Zeit der Trauer gibt die Gewebespende doch ein bisschen Hoffnung, Glück und Freude darüber, dass die Spende auch letztlich geklappt hat“, sagt Laura Nitsch. Dass Lauras Vater und Henning Bolle sich einmal begegnet waren, wusste zunächst keiner von beiden. Bei einer Veranstaltung zur Aufklärung über Organ- und Gewebespende der DGFG im Juni 2026 erzählte Bolle von seiner Tätigkeit als Transplantationsbeauftragter bei Helios. Laura saß mit ihm auf dem Podium und wurde hellhörig: Ihr Vater hatte ebenfalls bei
Helios gearbeitet.

Im Gespräch stellte sich heraus: Henning Bolle kannte Lauras Vater. 1998 hatte er in Gifhorn seine Ausbildung begonnen – unter Lutz Nitsch, Lauras Vater. Viele Jahre später begegneten sich der ehemalige Auszubildende und die Tochter seines früheren Ausbilders wieder. „Ich habe gerne mit ihm zusammengearbeitet. Ich durfte viel lernen und ausprobieren. Und Gelassenheit, das hätte ich mir vielleicht noch ein bisschen mehr mitnehmen können in meiner Tätigkeit heute“, erinnert sich Bolle an Lauras Vater.

"Eine Art Lebenskreis"


Für beide ist diese Verbindung etwas Besonderes. „Man lebt jahrelang nebeneinander und weiß trotzdem nichts voneinander“, beschreibt Bolle die ungewöhnliche Begegnung. Dass ausgerechnet die Gewebespende die Lebenswege wieder zusammengeführt hat, empfindet er als eine Art Lebenskreis.

Über den Tod hinaus wirken


Für Henning Bolle gehört die Begleitung von Angehörigen zu den wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Aufgaben seiner Arbeit. Als Transplantationsbeauftragter unterstützt er die Kliniken des Helios Clusters Niedersachsen-Nord bei der Organ- und Gewebespende und begleitet Angehörige in einer Situation, die von Trauer und Abschied geprägt ist. Dabei geht es für ihn vor allem um Menschlichkeit und darum, den Willen eines Menschen zu respektieren.

„Wir können den Tod eines Menschen nicht verhindern. Aber wir können seinen letzten Willen respektieren – und damit anderen Menschen Hoffnung, Lebensqualität und manchmal sogar ein neues Leben schenken“, sagt Bolle.