Brome. Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich ein Kleinbrand am gestrigen Sonntag in einer Küche im Erdgeschoss eines Einfamilienhauses in Bergfeld (Samtgemeinde Brome) in einen umfassenden Gebäudebrand. Das berichtet die Kreisfeuerwehr Gifhorn in einer Pressemitteilung. Als mehrere Notrufe gegen 14:20 Uhr in der Leitstelle in Gifhorn eingingen, war für die Disponenten klar, dass der Brand sich rasend schnell ausbreiten musste, da Nachbarn zufolge bereits direkt nachdem die anwesenden Anwohner, eine 35-jährige Frau und ihre drei Kinder, zwei davon im Grundschulalter sowie ein einjähriges Baby, das Haus verlassen hatten, Rauch aus dem gesamten Dachstuhl aufsteigen sahen.
Die Feuerwehr Bergfeld versuchte zunächst unter enormer Kraftanstrengung zwei Trupps im Innenangriff zur Brandbekämpfung vorzuschicken. Dies gelang auch und sowohl die Flammen im Flur, sowie in der Küche konnten gelöscht werden. Doch beim Blick auf den stark qualmenden Dachstuhl wurde schnell klar, dass zwar das Feuer im Erdgeschoss durch die Feuerwehr erfolgreich erstickt wurde, allerdings die Zwischendecke ins Obergeschoss und der Dachstuhl des nicht ausgebauten Obergeschosses massiv Feuer gefangen hatten, das sich unlöschbar von außen im gesamten Dachinneren ausbreitete.
Einsturzgefahr: Feuerwehr bricht Innenangriff ab
Einsatzleiter Dominik Lemke aus Parsau ließ daraufhin den Innenangriff abbrechen, da ein Einsturz von Decken- und Dachkonstruktion die Kameraden drinnen in Lebensgefahr gebracht hätte. Stattdessen wurden die Löschmaßnahmen auf die Brandbekämpfung von außen konzentriert, bis zu sechs Strahlrohre, sowie die Drehleiter aus Vorsfelde (Stadt Wolfsburg) kamen gleichzeitig in der Brandbekämpfung zum Einsatz.
Dazu wurden aus mehreren Hydranten in Bergfeld teilweise lange Wegstrecken aufgebaut. Das Herunterbrennen des Dachstuhls und den teilweisen Dachstuhleinsturz vermochten selbst die 130 alarmierten Einsatzkräfte aus drei von vier Löschzügen der Samtgemeinde Brome nicht zu verhindern. Jedoch wurde das zunächst massiv vom Brand gefährdete Nachbarhaus erfolgreich gegen Flammen und Rauchgase geschützt.
Insgesamt kamen 18 Trupps unter schwerem Atemschutz zum Einsatz. Nachdem gegen 17:30 Uhr die Flammen gelöscht waren, traf ein THW‑Baufachberater ein, um die Statik des Hauses und mögliche notwendige Abbrucharbeiten zu bewerten. Die Kreisstraße zwischen Bergfeld und Tiddische musste für die gesamten Löscharbeiten bis nach 18 Uhr voll gesperrt werden, da diese immer wieder massiv von Rauchentwicklung betroffen war und die Sichtweite unter 50 Metern lag.
Nachbarn halfen den Bewohnern und Einsatzkräften
Ein großes Lob möchte die Kreisfeuerwehr Gifhorn an dieser Stelle an alle umliegenden Nachbarn aussprechen. Der betroffenen Familie wurde auf einer Terrasse und im Wohnzimmer von Nachbarn unbürokratisch ermöglicht, den Schrecken etwas ruhiger zu verarbeiten, andere Nachbarn stellten Getränke, Sandwichtoast und sogar frisch gegrillte Bratwurst für die erschöpften Einsatzkräfte bereit. Bergfelds Ortsbrandmeister Uwe Domition lobte den Zusammenhalt des Dorfs. "So ist das in Bergfeld, wenn es drauf ankommt, dann helfen wir uns hier gegenseitig."
Das Haus fiel den Flammen vollständig zum Opfer, jedoch wurden während des Großeinsatzes weder Anwohner, Nachbarn noch Einsatzkräfte verletzt. Die Polizei Gifhorn übernahm bereits während des Brandes die Dokumentation zur Ursachenermittlung und beschlagnahme das Haus nach Einsatzstellenübergabe durch die Feuerwehr für die weiteren Ermittlungen.

