Auf nach Südafrika: Dieses Frauenhaus geht neue Wege

Internationaler Blickwinkel: Eine Kooperation soll neue Perspektiven aufzeigen.

Ulla Evers und Kaja Reiche starten ein Austauschprogramm mit einer Kirche in Südafrika.
Ulla Evers und Kaja Reiche starten ein Austauschprogramm mit einer Kirche in Südafrika. | Foto: Caritasverband Gifhorn

Gifhorn. Gewalt gegen Frauen sei ein globales Problem und der Schutz von Betroffenen brauche internationale Solidarität, betont der Caritasverband Gifhorn. Dessen Frauenhaus geht deshalb neue Wege: Gemeinsam mit der St. Matthews Evangelical Lutheran Church in Berlin (Eastern Cape) startet es eine Projektpartnerschaft, die den Gewaltschutz für Frauen und Kinder in Südafrika stärken soll.



„Wir wollen voneinander lernen, über Grenzen hinweg“, sagt Ulla Evers, Leiterin des Frauenhauses Gifhorn. „In Südafrika ist der Gewaltschutz eng mit gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen verknüpft. Diese Perspektive eröffnet auch für unsere Arbeit in Deutschland neue Blickwinkel.“

Kooperation zwischen Niedersachsen und der südafrikanischen Provinz


Die Kooperation entstand auf Initiative des Niedersächsischen Sozialministeriums und ist Teil der offiziellen Partnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der südafrikanischen Provinz Eastern Cape. Diese wurde 1995 gegründet, um nach dem Ende der Apartheid
demokratische Strukturen zu fördern. Heute steht der gegenseitige Austausch im Bereich Bildung, Kultur, Jugend und nun auch Gewaltschutz im Mittelpunkt der Partnerschaft.


2025 fanden erste Online-Treffen zwischen den Partnerinnen statt, begleitet von Inge Steffens, der Repräsentantin des Landes Niedersachsen im Eastern Cape. Es wurde nach gemeinsamen Fragestellungen gesucht, die eine Projektpartnerschaft nachhaltig
beschäftigt. Nach erfolgreicher Antragstellung wurden Anfang 2026 Fördermittel bewilligt, um persönliche Begegnungen zu ermöglichen.

Im Mai reisen drei Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Gifhorn nach Südafrika. Im September folgen Gegenbesuche von Dr. Lesley Ann Foster und Joe Jongolo in Gifhorn.

Unter dem Motto „Feel the People“ steht der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Die Projektpartnerinnen wollen vor Ort erleben, wie Gewaltschutzarbeit in unterschiedlichen Kontexten funktioniert, Betroffenen zuhören und neue, gemeinsame Wege entwickeln. Ulla
Evers beschreibt die Motivation so: „Wir sind überzeugt davon, dass internationale Erfahrungen unsere Arbeit bereichern. Trotz eines gut ausgebauten Hilfesystems in Deutschland gibt es blinde Flecken, die durch solche Partnerschaften sichtbar werden können.“ 

Interessierte können virtuell mitreisen. Das Reisetagebuch der drei Gifhorner Kolleginnen kann ab Mai auf der Website der Caritas Gifhorn unter www.caritas-gifhorn.de sowie auf Instagram @frauenhausgifhorn verfolgt werden.