Bokensdorf. Ein verletzter Damhirsch irrt durch den Wald bei Bokensdorf. Das teilt die Samtgemeinde Boldecker Land auf ihrer Homepage mit. Demnach sei das Tier am vergangenen Donnerstag gegen 16 Uhr auf der K 28 von einem Auto erfasst worden, als es zwischen Bokensdorf und Grußendorf die Straße überqueren wollte.
Während das VW-Cabrio deutlich sichtbare Schäden davontrug und eine geschockte Fahrerin zurückblieb, entfernte sich der Hirsch vom Unfallort. Zwei von Bokensdorfer Jägern eingeleitete Suchaktionen mit Hunden führten zwar zu dem offenbar in Mitleidenschaft gezogenen Wildtier – doch der Hirsch entfernte sich erneut. „Der Hirsch ist noch mobil“, sagt Jagdpächter Arndt Fahr, „aber ob er nach dieser Kollision durchkommt, ist fraglich.“
Damhirsch könnte bereits abgewandert sein
Wer den verletzten Damhirsch sieht, möge die örtlichen Jäger informieren, teilt die Samtgemeindeverwaltung mit. Es könne durchaus sein, so der Hegeringleiter des Boldecker Landes, Nils Hüller, dass das Tier die Gemarkung Bokensdorf inzwischen verlassen habe und nach Westerbeck abgewandert sei.
Die K 28, auf der der Unfall geschah, sei ein gefährliches Pflaster für Wildtiere. Es komme immer wieder zu Unfällen, denn nördlich von Bokensdorf würden häufiger Hirsche die Straßenseite wechseln, während es südlich des Ortes in Richtung Weyhausen eher Rehwild sei, berichtet die Gemeindeverwaltung. Allein in dieser Woche seien dort zwei Opfer zu beklagen gewesen.
„Am Mittwochmorgen gegen 8:00 Uhr erwischte es ein Reh gleich hinter dem Sportplatz“, sagt Fahr. „Besonders oft kracht es derzeit zwischen 5:00 und 8:00 Uhr morgens sowie in der Abenddämmerung zwischen 17:00 und 22:00 Uhr“, erklärt Nils Hüller und bittet alle Autofahrer in den entsprechenden Gebieten zu diesen Zeiten, „noch vorsichtiger“ zu fahren.
Zeitumstellung macht es für Wildtiere noch schwieriger
In diesem Zusammenhang wichtig zu beachten sei auch die Zeitumstellung an diesem Wochenende: „Dadurch wird es für die Tiere noch gefährlicher, dass sie ab Montag in die Rushhour bzw. den Berufsverkehr der Autofahrer hineinkommen", sagt Jäger Norman Straub aus Bokensdorf.

