144. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oker


Neue Feuerwehrmitglieder und Beförderte des Abends mit Stadtbrandmeister Christian Hellmeier (links) und Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe (rechts). Foto: Freiwillige Feuerwehr Oker
Neue Feuerwehrmitglieder und Beförderte des Abends mit Stadtbrandmeister Christian Hellmeier (links) und Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe (rechts). Foto: Freiwillige Feuerwehr Oker

Goslar. Die Freiwillige Feuerwehr Oker hat am vergangenen Freitag zum 144. Mal ihre Jahreshauptversammlung veranstaltet. Auch dieses Mal gab es Berichte über das vergangene Einsatzjahr, Ehrungen, Beförderungen und sogar drei Spendenübergaben. Darüber berichtet die Feuerwehr Oker.


Daten, Zahlen, Fakten


Ortsbrandmeister: Hans-Jürgen Bothe (ortsbrandmeister@feuerwehr-oker.de)
Stellv. Ortsbrandmeister: Florian Rowold (stvortsbrandmeister@feuerwehr-oker.de)
Einsatzabteilung: 55 Einsatzkräfte, davon 9 Frauen
Jugendfeuerwehr: 17 Jugendliche, davon 3 Mädchen
Spielmannszug: 27 Spielleute
Altersabteilung: 13 Kameraden
Fördernde Mitglieder: 125
Einwohner in Oker: 5693 (4,1% der Einwohner sind Mitglied der Feuerwehr Oker davon knapp 1% in der Einsatzabteilung)
Im Internet: www.feuerwehr-oker.de www.facebook.com/feuerwehr.oker

Einsatzzahlen 2017
31 Brandeinsätze (25%)
87 technische Hilfeleistungen (71%), davon 60 Hochwassereinsätze
Eine Alarmübung (1%)
Drei Spür- & Messeinsätze (3%)
Gesamtzahl der Einsätze: 122

Aus den Berichten der Abteilungen


Feuerwehr Oker immer häufiger gefragt – viele belastende Einsätze
In den vergangenen Jahren arbeitete die Feuerwehr Oker durchschnittlich rund 40 Einsätze ab, im Jahr 2017 waren es sogar insgesamt 122 Einsatzstellen. 60 dieser Einsätze hängen mit dem Hochwasserereignis im Juli zusammen, so bleiben 62 Alarmierungen, welches immer noch ein Plus von gut 60% im Gegensatz zu den Vorjahren bedeutet. Die Einsätze teilten sich in 31 Brandeinsätze, wovon 7 Brandmeldeanlagen waren, 25 Hilfeleistungen, 60 Einsätze beim Hochwasser, 2 Kleinstschäden, 3 Spür- und Messeinsätze, sowie eine Alarmübung auf. „Das Hobby Feuerwehr kann auch in einer Feuerwehr unserer Größe sehr zeitintensiv und belastend werden.“, beschrieb der stellvertretende Ortsbrandmeister Florian Rowold das vergangene Jahr. „Neben der hohen Anzahl an Einsätzen waren auch die abzuarbeitenden Lagen teilweise sehr belastend für die Einsatzkräfte“, fuhr Rowold fort. 16 leicht- bis schwerverletzte Personen wurden gerettet, für 4 Personen kam leider jede Hilfe zu spät. Das Kriseninterventionsteam des Landkreises Goslar half den okeraner Einsatzkräften mit den Belastungen umzugehen.

An einige wenige Einsätze erinnerte Rowold noch einmal etwas ausführlicher. Zum Beispiel einen Einsatz nach einer Fettexplosion im Juni, als sich eine Frau schwere Brandverletzungen zuzog. Eigentlich sollten die okeraner Feuerwehrfrauen und –männer nur die Wohnung belüften. Als ein Rettungshubschrauber und die Drehleiter zur Rettung der Frau angefordert werden mussten blieben die Einsatzkräfte selbstverständlich vor Ort und halfen beim Verbringen in den Hubschrauber. Leider musste die Feuerwehr mit vielen Decken die schwerverletzte Frau vor den neugierigen Blicken von Anwohnern und Sensationslustigen schützen. „Einige Eltern standen sogar mit ihren kleinen Kindern an den Fenstern, um den besten Blick zu bekommen. Selbst die Anweisungen der Polizei wurden gekonnt ignoriert“, beschreibt Florian Rowold die Situation vor Ort. Und dann kam noch ein kurioser Einsatz dazu. Ein Anwohner eines Nachbarhauses erklärte, dass in dem Haus ein Rauchmelder Alarm schlug und der Anwohner die Tür nicht öffnete. Freie Einsatzkräfte nahmen sich sofort der Lage an und konnten den Bewohner aus der Wohnung retten und diese dann belüften. Kurios daran ist auch, dass auch nach dem Belüften der Wohnung keine Ursache für die Rauchentwicklung ausfindig gemacht werden konnte.

Neben den Einsätzen lief der Ausbildungsalltag


Aus- und Fortbildung sind der Grundstein für das erfolgreiche Abarbeiten von Einsätzen. So trafen sich die okeraner Brandschützer zu 45 regulären Ausbildungsdiensten, sowie einigen Sonderdiensten. Auch wurden die Dienstabende der Kreisfeuerwehr für das Spüren- und Messen besucht, sowie die Fortbildungen für die Absturzsicherung. Zwei besondere Dienste hob Rowold in seinem Bericht besonders hervor. Zum einen war die Kriminalpolizei für einen Dienst in Oker und referierte über das Thema „Brandursachenermittlung“. Neben einem interessanten Einblick in die Arbeit der Ermittler konnten die Einsatzkräfte wertvolle Tipps lernen, um nicht unfreiwillig wichtige Spuren zu vernichten. Am 18. Mai besuchte der Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk die Feuerwehr in Oker und nahm am Ausbildungsdienst teil. Und da durfte er richtig mit zupacken. Wasserförderung aus der Oker, Bedienung des Wasserwerfers auf dem Tanklöschfahrzeug, sowie Theorie zum Thema „Wasserförderung lange Wegstrecke“ standen auf dem Programm. Zu guter Letzt parkte der OB gekonnt das Löschfahrzeug wieder in die Fahrzeughalle.

Insgesamt wurden durch Mitglieder der Feuerwehr Oker sieben Lehrgänge an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Goslar, ein Lehrgang auf Stadtebene, sowie sechs Lehrgänge und fünf Fortbildungen an der Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle erfolgreich besucht. Zusätzlich zur Ausbildung waren auch die Brandschutzerzieher wieder viel unterwegs um Kindern und Jugendlichen den Umgang mit dem Feuer und dessen Gefahren beizubringen. Auch die Altersabteilung führte ihre 12 Monatstreffen durch. Des Weiteren gab es einen Tag der offenen Tür, das Fußballturnier der Feuerwehren, und viele weitere Veranstaltungen an denen Abordnungen teilnahmen.

Zusätzlich zur Ausbildung waren auch die Brandschutzerzieher wieder viel unterwegs um Kindern und Jugendlichen den Umgang mit dem Feuer und dessen Gefahren beizubringen. Auch die Altersabteilung führte ihre 12 Monatstreffen durch. Des Weiteren gab es einen Tag der offenen Tür, das Fußballturnier der Feuerwehren, und viele weitere Veranstaltungen an denen Abordnungen teilnahmen.

Jugendfeuerwehr mit viel Abwechslung und Feriencamp


Über ein abwechslungsreiches Jahr hatte auch die Jugendfeuerwehr zu Berichten. Das hieß auch für das Betreuerteam jede Menge zusätzliche Stunden für das Ehrenamt. Auf dem Dienstplan der Jugendfeuerwehr standen nämlich nicht nur feuerwehrtechnische Ausbildungsdienste, sondern zum Beispiel auch elf Sportabende zusammen mit der Goslarer Jugendfeuerwehr, Müll- und Strauchgutsammelaktionen, Hydrantenprüfung, das Üben und Ablegen der Jugendflamme Stufe 1 und 2 und vieles mehr.

Auf das Highlight des Jahres ging die Jugendfeuerwehrwartin Kerstin Rademacher besonders ausführlich ein. Für eine Woche ging es für den Feuerwehrnachwuchs aus dem ganzen Landkreis Goslar in ein Zeltlager nach Almke bei Wolfsburg. Das Zeltlager fand genau in der Woche statt als im Landkreis Goslar Hochwasser herrschte. Auch in Almke hat es viel geregnet, berichtete Rademacher, doch nicht so viel wie in Goslar. Das Zeltlager konnte weitergehen. Kurzerhand wurden Spiele in den Zelten durchgeführt und ein Tagesausflug in das nahegelegene Phaeno unternommen. Als die Wolken für die Sonne wichen ging es für die jungen Brandschützer hoch hinaus. Sie besuchten gemeinsam einen Kletterpark. Langeweile war in diesem Zeltlager wohl eher nicht in Sicht.

Okeraner spielen häufig auf


Bis weit über die Kreisgrenze hinaus war auch der Spielmannszug der Feuerwehr Oker im Jahr 2017 wieder sehr aktiv. Zahlreiche Schützenumzüge und Feste umrahmten die derzeit 27 aktiven Spielleute gekonnt. Auch beim eigenen Tag der offenen Tür, dem Jubiläum der Feuerwehr Upen und dem Benefizkonzert der Kreisfeuerwehrmusikzüge war der Spielmannszug vertreten. Vorangetrieben werden allerdings nicht nur die Auftritte, sondern auch die Nachwuchsarbeit und die eigene Ausbildung. Dafür kehrten die Spielleute sogar ein ganzes Wochenende in die Feuerwache Clausthal-Zellerfeld ein.

Ernennungen


Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe ernannte die folgenden Kameraden zu Feuerwehrmännern nach Ablegen eines Eids:
Joana Märgel
Christopher Dzäbel
Tim Semder

Beförderungen


Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe beförderte die folgenden Kameraden:
Nicky Naundorf (Oberfeuerwehrmann)
Dominik Schöpe (Oberfeuerwehrmann)
Leoni Mönnich (Hauptfeuerwehrfrau)
Marc Anthony Dzäbel (Hauptfeuerwehrmann) Jannis Marquardt (Hauptfeuerwehrmann)

Stadtbrandmeister Christian Hellmeier beförderte die folgenden Kameraden:
Dominic Will (Oberlöschmeister)
Uwe Metze (Oberlöschmeister)
Thomas Rademacher (Brandmeister)
Florian Rowold (Oberbrandmeister)

Ehrungen


Stadtbrandmeister Christian Hellmeier ehrte die folgenden Kameraden:
Thomas Rademacher (Ehrenzeichen für 40-jährige Dienstzeit)
Manfred Schirmer (Ehrenzeichen für 40-jährige Dienstzeit)
Bernd Meier (Ehrenzeichen für 50-jährige Dienstzeit)

Des Weiteren ehrte Stadtbrandmeister Christian Hellmeier die Spielleute:
Martina Simon (25 Jahre Mitgliedschaft im Musikwesen)
Andrea Diekmeier (25 Jahre Mitgliedschaft im Musikwesen)

Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe ehrte folgendes förderndes Mitglied für seine langjährige Mitgliedschaft:
Günter Eißfeld (60 Jahre)

Spenden


Über drei großzügige Spenden im Gesamtwert von 1500€ konnte sich die Feuerwehr Oker auf der Jahreshauptversammlung freuen. Die Firma Harz-Metall GmbH spendet Trainingsanzüge, die an der Einsatzstelle angezogen werden kann, wenn die Einsatzkleidung mit Schadstoffen kontaminiert ist. Erol Gültepe griff ebenfalls in den Geldbeutel und stellt der Feuerwehr einen neuen Beamer für die theoretische Ausbildung zur Verfügung. Eine digitale Spiegelreflexkamera für die Öffentlichkeitsarbeit der Wehr gab es von Detlev Peinemann. Ortsbrandmeister Hans-Jürgen Bothe dankte den Spendern und erklärte, dass die Investitionen einen großen Mehrwert für die Feuerwehr bedeuten.

Grußworte


Bürgermeister Martin Mahnkopf überbrachte der Versammlung die ersten Grußworte. Er lobte den Einsatz der Ortsfeuerwehr und dankte im Namen der Stadt Goslar auch den Arbeitgebern für die Freistellung der Einsatzkräfte während des Hochwassers. „Oker ist ein Vorzeigeort von denen sich die anderen noch etwas abschneiden können, gerade das soziale Engagement sei in Oker groß“, so Mahnkopf. Das sieht man auch bei der Feuerwehr, die neben ihrer Kernaufgabe eben auch einen starken Spielmannszug vorhält, erklärt der Bürgermeister. Stadtbrandmeister Christian Hellmeier schloss sich den Worten Mahnkopfs an und erläutere, dass bereits ein Hochwasserkonzept ausgearbeitet wurde.

Weitere Grußworte gab es vom Vorsitzenden des Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Oker e.V. Thorsten Röpke. Er erläuterte den anwesenden die Ziele des Fördervereins. Der Förderverein gründete sich im September 2016 und ist nun ein eingetragener Verein. Röpke rief die Okeraner dazu auf, über eine Mitgliedschaft nachzudenken und damit die Arbeit „ihrer Feuerwehr“ in Oker zu unterstützen.


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