Bad Harzburg. Mineralreichtum, Bergbaukultur, Raubbau und Naturlandschaft – und trotzdem eine chancenreiche Zukunft für den Harz – wie passen diese Gegenpole eines Nutzungskonflikts zusammen? Und welche Auswirkungen hatten der Harzer Bergbau und seine Hüttenbetriebe? Darüber berichtet Referent Dr. Friedhart Knolle im Rahmen einer Zeitreise durch 6.000 Jahre Bergbaugeschichte im und am Harz.
Der Harzraum ist eines der ältesten Bergbau- und Industriegebiete Mitteleuropas. Schon vor 6.000 Jahren gab es hier Feuersteinbergwerke, und in der Bronzezeit vor etwa 4.000 Jahren begann der Abbau von Kupfermineralen. Sogar Kriege wurden um diese Schätze geführt – nach Ansicht der Forschung war es unter anderem der Metallreichtum, der Karl den Großen im Zuge der Sachsenkriege veranlasste, den Harzraum dem Fränkischen Großreich einzuverleiben.
Welterbe der Menschheit
Später brachte insbesondere die Gewinnung von Blei, Kupfer und Silber eine Blüte der Harzer Bergstädte. Dieser Reichtum an bergbaulicher Kultur und Fachwerk ist noch heute zu erleben – nicht umsonst sind die Städte Goslar und Quedlinburg, der Rammelsberg und auch die Oberharzer Wasserwirtschaft sowie die Luther-Gedenkstätten in Eisleben heute Teil des UNESCO-Welterbes der Menschheit.
Doch der Bergbau hatte eine Kehrseite – Boden, Grund- und Oberflächenwasser sowie die Luft und auch Flora, Fauna und der Mensch wurden hier über lange Zeit stark mit Metallen belastet, insbesondere im Westharz und im Mansfelder Kupferschieferrevier. Tiere und Pflanzen wurden ausgerottet und die artenreichen Buchen- und Mischwälder des Harzes wichen artenarmen Fichtenmonokulturen. Diese Tatsache stellt die Kehrseite des UNESCO-Welterbes im Harz dar.
Eintritt ist frei
Auf eine Zeitreise durch 6.000 Jahre Bergbaugeschichte im und am Harz mit Dr. Friedhart Knolle kann man sich am Mittwoch, 17. Juni, um 19 Uhr im Gemeindehaus Harlingerode begeben, Meinigstraße 43 in Bad Harzburg. Der Eintritt ist frei.

