Asklepios: Infoabend zum Thema Organspende mit Dr. Roy Kühne


Diskutierten über das Thema Organspende; v.l. Dr. Roy Kühne, Dr. med. Matthias Kaufmann, Dr.medic/UMF Bukarest Ulrike Cretan, Kerstin Ronnenberg, Peter Fricke.
Foto: Asklepios Harzkliniken
Diskutierten über das Thema Organspende; v.l. Dr. Roy Kühne, Dr. med. Matthias Kaufmann, Dr.medic/UMF Bukarest Ulrike Cretan, Kerstin Ronnenberg, Peter Fricke. Foto: Asklepios Harzkliniken | Foto: Asklepios

Goslar. Experten diskutierten in der Asklepios Harzklinik Goslar über das Thema Organspende, zahlreiche Bürger aus der Harzregion kamen zu der Veranstaltung, mit dabei auf dem Podium: u.a. Dr. Roy Kühne, Bundestagsabgeordneter der CDU, und Dr. Ulrike Cretan, Chefärztin der Rettungsstelle der Asklepios Harzkliniken. Dies berichten die Asklepios Harzkliniken.


Etwa 9.500 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan, sagte Harzkliniken-Chefärztin Dr. Cretan. Allerdings gab es 2018 bundesweit nur 955 Organspenderinnen und Organspender. Um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, wird Mitte Januar im Deutschen Bundestag über eine Änderung der gesetzlichen Grundlage für Organspenden abgestimmt. 84 Prozent der Bürger in Deutschland stehen positiv der Organspende gegenüber, 36 Prozent haben einen Organspendeausweis, sagte Dr. Kühne. Auch Kerstin Ronnenberg berichtete, sie lebt mit einer Spenderlunge.

Dr. medic/UMF Bukarest Ulrike Cretan, Transplantationsbeauftragte Ärztin der Asklepios Harzklinik Goslar, Privatdozent Dr. med. Matthias Kaufmann, Geschäftsführender Arzt für die Deutsche Stiftung Organspende der Region Nord, Peter Fricke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Organtransplantierten e.V., undKerstin Ronnenberg, die mit einer transplantierten Lunge lebt, diskutierten über den Gesetzentwurf und informierten über den Organspendeprozess. „Die Organspendebereitschaft war im Jahr 2019 wieder rückläufig“, berichtete Chefärztin Dr. Cretan.
Eine Organspende ist das größte Geschenk, das ein Mensch über seinen Tod hinaus machen kann, sagt Dr. Kaufmann. In den Asklepios Harzkliniken werden Organspenden zwar durchgeführt, Transplantationen erfolgen in dafür speziell eingerichteten Transplantationszentren. Ein Aspekt: Spenderorgane müssen schnell, sehr sorgfältig und medizinisch einwandfrei transportiert werden. Die Funktion des Transplantates und damit das Überleben des Organempfängers hängen unmittelbar davon ab. Gleichzeitig ist der würdevolle Umgang mit dem Verstorbenen zu jeder Zeit oberstes Gebot. Darauf weist auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) immer wieder hin. „Viele Menschen befassen sich mit dem Thema Organspende nicht“, sagt Dr. Kühne.

"Jeder Bürger ist potenzieller Organspender"


Er erläuterte auch den Gesetzentwurf, über den Mitte Januar im Bundestag beraten wird: Jeder Bürger soll demnach automatisch ein potenzieller Organspender sein – es sei denn, er widerspricht. Das ist das erklärte Ziel des Gesetzentwurfes, den die Befürworter der „doppelten Widerspruchslösung“ unlängst in Berlin vorstellten. Um die Spendenbereitschaft zu erhöhen, wird Mitte Januar im Bundestag über eine Änderung der gesetzlichen Grundlage für Organspenden abgestimmt.

Fakt ist: Organspenden können Leben retten, Beispiel Herz: Ein Herz lässt sich nur vier bis sechs Stunden konservieren, dann muss es wieder im Empfänger schlagen. Seit 1969 wurden in Deutschland mehr als 12.700 Herzen transplantiert. Immer mehr Herzempfänger leben sogar über Jahrzehnte mit dem gespendeten Organ.
Im Jahr 2017 entwickelte sich die Organspende nach Angaben der DSO erneut rückläufig. Deutschlandweit gab es 797 Organspender, 60 weniger als im Jahr zuvor (2016: 857). Die Anzahl der gespendeten Organe ist um 9,5 Prozent auf 2.594 Organe gesunken. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es noch insgesamt 2.867 Organe.
Erst wurde über Organspenden diskutiert, dann sprach die Frau, die mit einem gespendeten Organ lebt. „Vier Wochen nach meinem 30. Geburtstags bin ich mit Atemnot ins Krankenhaus gekommen, mein Körper wurde später immer schwächer“, berichtete Kerstin Ronnenberg, 43, es kam heraus: Sie hatte eine seltene Autoimmunerkrankung - ihre Lungenfunktion wurde im Laufe der Zeit immer schwächer. Ihre Lunge musste schließlich transplantiert werden, nach zähem Warten war es dann soweit, acht Stunden dauerte der Eingriff - seit zwei Jahren lebt sie nun mit ihrer Spenderlunge. „Man muss auf sich achten, ist besonders anfällig“, 18 bis 20 Tabletten muss sie täglich nehmen, aber trotz Einschränkungen gehe es ihr gut, sagt sie. Die Frau treibt Sport uns ist voll berufstätig. „Bisher läuft es wirklich super.“.


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