Goslar. Nachdem ein 93-Jähriger seit dem gestrigen Montagabend als vermisst galt, hatte die Polizei Goslar am heutigen Morgen eine Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Gegen Mittag kam – wie regionalHeute.de berichtete – aber bereits die Entwarnung: Der Vermisste wurde gefunden. Jetzt gibt die Feuerwehr in einer Pressemitteilung einen Einblick in die spektakuläre Suchaktion.
Als die Alarmierung am frühen Dienstagmorgen einging, war ein älterer Bewohner einer Senioreneinrichtung in der Goslarer Altstadt bereits seit mehreren Stunden vermisst – die Suche nach ihm hatte schon in der Nacht begonnen, bevor die Feuerwehr zur Unterstützung hinzugerufen wurde, heißt es in der Pressemitteilung. Es folgte eine groß angelegte Suchaktion mit Drohnen, Rettungshunden und starker Polizeipräsenz – und am Ende eine aufwendige Rettung aus unwegsamem Gelände.
Drohnen, Hunde und 50 Polizisten auf der Suche
Die Suche begann unmittelbar und systematisch. Wenige Minuten nach Eintreffen der ersten Kräfte stiegen Drohnen der Feuerwehr Goslar auf und übernahmen die Luftaufklärung: Bahngleise und Parallelwege, Kleingartenanlagen, Waldränder und Grünflächen im weiteren Stadtgebiet wurden aus der Luft abgeflogen. Insgesamt drei Drohnen – der Feuerwehren Goslar und Lengde – waren dabei im Einsatz und arbeiteten die Suchgebiete in abgestimmten Abschnitten ab. Parallel durchsuchten Einsatzkräfte zu Fuß Kleingartenanlagen, einen Friedhof und ausgedehnte Waldgebiete südlich und östlich der Innenstadt.
Die Polizei Goslar war mit rund 50 Einsatzkräften vor Ort und durchkämmte systematisch Straßen, Parks und das nähere Stadtumfeld. Mit wachsendem Suchgebiet und steigenden Temperaturen im Laufe des Vormittags wurde die Örtliche Einsatzleitung der Feuerwehr einberufen. Mehrere Hundeteams arbeiteten ihre Abschnitte trotz der zunehmenden Wärme akribisch ab: die Rettungshundeeinheit der Feuerwehr Goslar und die Rettungshundestaffel des DRV Harz.
Rund viereinhalb Stunden nach der Alarmierung kam die entscheidende Meldung: Suchhund Paula, geführt von Hundeführerin Kirstin Bock, erschnüffelte die gesuchte Person oberhalb der Bahngleise an einem steilen Hang liegend. Der Mann war ansprechbar – es ging ihm den Umständen entsprechend gut. Ein Bein war unter einem morschen Baumstamm eingeklemmt, er lag in schwer zugänglicher Hanglage.
Die Rettung gestaltete sich anspruchsvoll. Der Rettungsdienst übernahm zunächst die medizinische Erstversorgung vor Ort; Seile sicherten den Mann währenddessen an der Böschung. Für den Transport wurde er in eine Schleifkorbtrage gebettet, die mit Seilen gesichert und mithilfe eines Geländefahrzeugs und seiner Seilwinde sicher aus der Hanglage herausgeholt wurde. Das letzte Stück bis zum wartenden Rettungswagen packten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei gemeinsam an und trugen die Person in der Schleifkorbtrage über die Wiese. Von dort wurde sie in ärztliche Obhut übergeben.
An der Suchaktion beteiligt waren: die Feuerwehr Goslar, die Rettungshundeeinheit der Feuerwehr Goslar, die Drohneneinheit mit insgesamt drei Drohnen der Feuerwehren Goslar und Lengde, die Ortsfeuerwehr Hahnenklee mit ihrem Geländefahrzeug, die Polizei Goslar, der Rettungsdienst sowie die Rettungshundestaffel des DRV Harz.


