Gegen sexuellen Kindesmissbrauch - Initiative "trau dich!" in Goslar

Kernstück des Präventionsprojektes ist ein Theaterstück, das Kinder über ihre Rechte aufklären soll.

Eine Szene aus dem Theaterstück.
Eine Szene aus dem Theaterstück. | Foto: David Ausserhofer / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Goslar. Kinderrechte, körperliche Selbstbestimmung und sexueller Kindesmissbrauch sind die Themen des Theaterstücks "Trau dich!", das die Kompanie Kopfstand in Seesen vor insgesamt rund 200 Kindern aufführt. Das Stück ist ein zentrales Element der bundesweiten Initiative "Trau dich!" zur Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch. Ziel sei es, Mädchen und Jungen zwischen acht und zwölf Jahren über ihre Rechte aufzuklären, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und sie zu informieren, wo sie im Falle eines Übergriffs Hilfe finden. Hierüber informieren der Landkreis Goslar, die BZgA und die Polizeiinspektion Goslar in einer gemeinsamen Pressemitteilung.


Die Initiative wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im November 2012 gestartet. Zentrales Element der Initiative ist die interaktive Theateraufführung "Trau dich! - Ein starkes Stück über Gefühle, Grenzen und Vertrauen" für Kinder zum Thema Kinderrechte und Missbrauch. Das Stück informiert Schülerinnen und Schüler und motiviert sie, sich im Falle eines Missbrauchs an eine Person ihres Vertrauens zu wenden. Um auch die Eltern und pädagogischen Fachkräfte anzusprechen, werden für Lehrkräfte der beteiligten Schulen Fortbildungsveranstaltungen angeboten sowie Informationsabende für Eltern durchgeführt.

Informationen für Eltern und Kinder


Das Online-Portal www.trau-dich.de spricht Kinder mit altersgerechten Informationen direkt an. In einer Online-Datenbank finden sie Beratungsstellen und Hilfsangebote in ihrer Nähe. Broschüren mit dem Titel "Du bist stark!" für Mädchen und Jungen motivieren die Kinder, den eigenen Gefühlen zu vertrauen und sich an eine Vertrauensperson zu wenden. Alle Eltern erhalten vor den Aufführungen Informationen über das Theaterstück und Hinweise für das Gespräch mit ihren Kindern. Dafür bietet ihnen die Initiative einen Eltern-Ratgeber an. Die pädagogischen Fachkräfte bilden sich durch auf sexualisierte Gewalt spezialisierte Fachberatungsstellen vor Ort weiter. In einem eigens für sie entwickelten Methodenheft erhalten sie Anregungen zur Vor- und Nachbereitung des Theaterstücks. Eltern und pädagogische Fachkräfte finden alle Informationen unter www.trau-dich.de/multiplikatoren.

Mit Kooperation zum Ziel


Für die niedrigschwellige Beratung und Hilfe kooperiert die BZgA mit der kostenfreien, bundesweiten "Nummer gegen Kummer" (0800 - 111 0 333), einem Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche. Im Landkreis Goslar wird die Initiative "Trau dich!" zusammen mit den Partnerinnen der AG Gemeinsam gegen Gewalt vom Netzwerk Familie im Landkreis Goslar, der Stadtjugendpflege Seesen und dem AWO Zentrum für Erziehungs- und Familienberatung (ZEF) Seesen umgesetzt. Die AG Gemeinsam gegen Gewalt arbeitet seit einiger Zeit mit unterschiedlichen Aktionen unter dem Motto "Augen und Ohren auf für den Kinderschutz" daran, auf sexuellen Missbrauch und Grenzverletzungen aufmerksam zu machen. Dazu werden kindgerechte Informationsmaterialien verteilt und auf die Initiative in Bussen und im Kino aufmerksam gemacht. Hilfestellen für Betroffene sollen so bekannt gemacht werden. Die Aufführung des Theaterstücks soll ein weiterer Baustein dieser wichtigen Arbeit sein. Im Rahmen der Initiative "Trau dich!" hat die AG Gemeinsam gegen Gewalt eine begleitende Fortbildung für die schulischen Fachkräfte sowie einen Online-Elternabend am 17. November angeboten. Der Elternabend richtete sich an alle Eltern, deren Kinder das Theaterstück besuchen. Die Diplom Sozialpädagogin Frau Ulrike Hennies von der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt e.V. aus Salzgitter lieferte sowohl den pädagogischen Fachkräften als auch den Eltern wichtige Informationen zum Thema. Denn Hintergrundwissen stärkt die Handlungskompetenz. Signale erkennen, den Kindern und Jugendlichen zuhören und sensibles Vorgehen ist wichtig. Zudem wurden auch hier die Hilfestellen im Landkreis Goslar bekannt gemacht.


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