Inflation auf Rekordhöhe: Energiekrise belastet Verbraucher

Die Verbraucherpreise in Niedersachsen sind im April 2026 spürbar gestiegen und haben den höchsten Stand seit Ende 2023 erreicht.

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Symbolfoto | Foto: Pixabay

Region. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,0 Prozent erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamt für Statistik Niedersachsen hervor. Die Gesamtteuerung erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember 2023 (+3,7 Prozent). Im März 2026 hatte die Inflationsrate bei 2,6 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im April 2026 um 0,7 Prozent.



Im April 2026 lagen die Energiepreise (+11,0 Prozent) insgesamt deutlich über dem Vorjahresniveau und waren damit Hauptursache für den deutlichen Anstieg bei der Gesamtteuerung. Der Irankrieg und die Blockade der Straße von Hormus waren im April 2026 ausschlaggebend für die erheblichen Preisanstiege bei Kraftstoffen und Heizöl.

Kraftstoffe extrem teuer


So verteuerten sich Kraftstoffe gegenüber dem Vorjahresmonat um 27,7 Prozent, darunter Diesel (+46,0 Prozent) und Superbenzin (+22,4 Prozent). Während Haushaltsenergie (+0,1 Prozent) nur geringfügig teurer war als vor einem Jahr, zahlten Verbraucher im April 2026 deutlich mehr für leichtes Heizöl (+69,3 Prozent) als im April 2025.

Günstiger als vor einem Jahr waren hingegen Erdgas ohne Betriebskosten (-7,8 Prozent), Strom (-3,8 Prozent), Fernwärme (-2,8 Prozent) und feste Brennstoffe (-0,2 Prozent). Der Gesamtindex ohne Heizöl und Kraftstoffe stieg im Vergleich zu April 2025 um 1,9 Prozent.

Unterdurchschnittlicher Preisanstieg für „Nahrungsmittel und alkoholfreie Geträn

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In der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ erhöhten sich die Preise gegenüber April 2025 um 1,5 Prozent und entwickelten sich damit im Vergleich zum Gesamtindex weit unterdurchschnittlich.

Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent, die Preise für alkoholfreie Getränke um 3,8 Prozent. Besonders deutlich fiel der Preisanstieg für Eier (+15,0 Prozent) aus.

Kaffee und schokolade weiter teuer


Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+7,9 Prozent, darunter Schokolade: +10,4 Prozent und Süßwaren: +10,4 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (+4,0 Prozent; darunter Rind- und Kalbfleisch: +11,8 Prozent und Geflügelfleisch: +11,2 Prozent) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,5 Prozent, darunter Fische und Fischfilets, frisch oder gekühlt: +8,4 Prozent) mussten Verbraucher spürbar mehr zahlen als vor einem Jahr.

Preise bei Öl und Butter gesunken


Günstiger als vor einem Jahr waren Speisefette und Speiseöle (-12,9 Prozent, darunter Butter: -24,4 Prozent), Kartoffeln (-12,4 Prozent) und Milch (-7,2 Prozent).

Bei den alkoholfreien Getränken stiegen die Preise für Kaffee, Tee und Kakao (+12,4 Prozent, darunter Kaffee und Ähnliches: +15,6 Prozent).

Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im April 2026 bei 2,3 Prozent.

Dienstleistungspreise erstmals wieder unter 3-Prozent-Marke


Im April 2026 lagen die Preise für Dienstleistungen um 2,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Teuerungsrate fiel damit erstmals seit April 2024 (+2,9 Prozent) wieder unter die 3-Prozent-Marke.

Dabei stiegen die Preise für Nettokaltmieten mit 1,8 Prozent unterdurchschnittlich und wirkten dämpfend auf den Gesamtanstieg. Ohne Berücksichtigung der Nettokaltmieten erhöhten sich die Dienstleistungspreise um durchschnittlich 3,3 Prozent.

Hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat gab es insbesondere bei den Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,9 Prozent, darunter Dienstleistungen der häuslichen Alten- und Behindertenpflege: +8,0 Prozent) und Versicherungsdienstleistungen (+5,8 Prozent, darunter Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr: +7,5 Prozent und Versicherungsdienstleistungen für die Gesundheit: +5,2 Prozent).

Auch die Preise für Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+4,7 Prozent, darunter Museumsbesuch, Zoobesuch oder Ähnliches: +10,3 Prozent) sowie für Übernachtungen (+4,3 Prozent) lagen deutlich über dem Vorjahresniveau.