Gelbe Tonne statt Säcke? Politik steht unter Handlungsdruck

Will man die Einführung der Tonnen im Jahr 2024, müssen noch in diesem Jahr die Weichen gestellt werden. Letztlich ist man aber von der Entscheidung Anderer abhängig.

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Symbolbild Foto: Julia Seidel

Goslar. Gut eine Stunde tagte der Betriebsausschuss der KreisWirtschaftsBetriebe (KWB) am Mittwochnachmittag unter dem Vorsitz von Ralph Bogisch in den Räumen der KWB in der Bornhardtstraße. Zentrales Thema war dabei die Diskussion um die Rahmenvorgabe, die die Einführung der Gelben Tonne im Landkreis Goslar als Ersatz für die bislang genutzten Gelben Säcke ermöglichen soll. Darüber berichtet der Landkreis in einer Pressemeldung.



Die Eckpunkte für die Einführung der Gelben Tonne orientieren sich am bisherigen Entsorgungsstandard im Landkreis Goslar, erklärte Michaela Meyer, Projektmanagerin bei den KreisWirtschaftsBetrieben. Wie bei den Gelben Säcken würde der Landkreis als Entsorgungsträger weiterhin auf ein Holsystem setzen, die Größe der Müllbehälter für die Leichtverpackungen beträgt 240 sowie 1.100 Liter und die Abholung erfolgt weiterhin im vierwöchigen Rhythmus. „Wir müssen bis zum Jahresende die Weichen stellen, um die Gelbe Tonne zum 1. Januar 2024 einzuführen“, erklärte Meyer. Die nächste Gelegenheit biete sich dann erst zum Jahr 2027.

Fragen und Zweifel


Vor allem in Hinblick auf die engen Straßen der Goslarer Altstadt warf die geplante Einführung der Gelben Tonne bei den Ausschussmitgliedern Fragen auf, auch wenn das grundsätzliche Konzept größtenteils auf Zustimmung traf. Die SPD-Fraktion äußerte allerdings Zweifel an genügend Lagerungsmöglichkeiten in der Altstadt, während die CDU-Fraktion wissen wollte, ob auch ein Mischsystem in Frage kommt, welches die Nutzung der Gelben Säcke teilweise weiter ermöglicht.

Gerade in der Altstadt biete die Gelbe Tonne im Vergleich zu den Gelben Säcken den Vorteil, dass der Müll durch Wind nicht mehr durch die Straßen geweht werden kann, so Meyer. Darüber hinaus wolle man weiterhin an der Möglichkeit festhalten, dass Leichtverpackungen auch bei den Müllumschlagstationen entsorgt werden können. Mischsysteme gebe es bundesweit nur vereinzelt, die Wahrscheinlichkeit, dass dieses für den Landkreis Goslar abgelehnt wird, sei hoch, sagte Meyer.

Rahmenvorgabe kann abgelehnt werden


Die Rahmenvorgabe ist das Instrument, um die Möglichkeit zu schaffen, die Gelbe Tonne im Landkreis Goslar einzuführen. Gleichzeitig erinnerte Meyer die Ausschussmitglieder daran, dass die Dualen Systeme, die bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung der gebrauchten Verkaufsverpackungen organisieren, noch mit einer Mehrheit von zwei Dritteln dieser zustimmen müssen. „Wir sind nicht davor gefeit, dass die Dualen Systeme diese Rahmenvorgabe ablehnen“, so Meyer.

Die entsprechende Vorlage wurde schlussendlich vom Betriebsausschuss zur weiteren Behandlung an den Kreisausschuss weitergegeben. Die endgültige Entscheidung obliegt dem Kreistag, der am 12. Dezember tagt.


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