Goslar. Am heutigen Mittwoch fand ein Fachtag zum Thema "Folgen von häuslicher Gewalt" im Kreishaus statt. Neben einer kurzen Theater-Aufführung der Realschule Goldene Aue hielt die Psychologin Friedegunde Bölt einen Vortrag über Folgen häuslicher Gewalt.
Veranstalter des Fachtags war das "Goslarer Netzwerk", das mit der Teilnehmerzahl äußerst glücklich sein konnte, da dieser restlos ausverkauft war. Daher merkte Günter Koschig in seiner Begrüßungsrede an, dass man sich bestätigt fühle, ein wichtiges Thema gewählt zu haben und bedankte sich für die rege Teilnahme. Im Anschluss spielte die Theater-AG der Realschule Aue eine Szene aus dem Alltag einer Familie, in der der Vater die Mutter vor den Augen der Kinder schlägt. Dies war die Überleitung zum Vortrag von Friedegunde Bölt vom Zentrum für Psychotraumatologie, die das komplexe und sensible Thema dem interessierten Publikum näher brachte.
Häusliche Gewalt kann bei Kindern und Jugendlichen vielfältige Störungen verursachen und ein Leben lang begleiten
So machte sie deutlich, dass es zur Traumabildung für Kinder bereits ausreiche, Zeuge von häuslicher Gewalt zu werden. Die Folgen könnten fatal sein: Das Risiko, selbst gewaltgeprägte Beziehungen einzugehen, steige, es könnte zu Störungen des Sprachzentrums kommen, zu Suizidalität, Selbstverletzung, Bindungsängsten, Hemmungen, psychosomatische Beschwerden wie Schmerzen in Kopf und Bauch, Übelkeit, Reizdarm-Syndrom, Entwicklungsstörungen und vielem mehr. Bei solch schockierender Faktenlage wurde die Wichtigkeit des "Goslarer Netzwerks" und der Anlaufstation Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) den Hörern vor Augen geführt.
So können Sie Hilfe finden:
Wer selbst Opfer häuslicher Gewalt ist, kann unter der Rufnummer 05321 313931 und der E-Mail-Adresse biss@awo-goslar.de Hilfe bekommen oder auf der Internetseite www.awo-kv-goslar.de Informationen einholen.

